Bauhaus - Die Grundidee

"Das Bauhaus erstrebt die Sammlung allen künstlerischen Schaffens zur Einheit, die Wiedervereinigung aller werk-künstlerischen Disziplinen zu einer neuen Baukunst."

Walter Gropius 1883-1969

Bauhaus - Synthese von Kunst und Handwerk

Bauhaus, die berühmteste moderne Schule für Kunst-Design und Architektur in Deutschland, entsteht 1919 in Weimar. Der Gründer Walter Gropius verfolgt den Traum eine neue "Baukunst" zu erschaffen: Kunst und Handwerk sollen vereint werden. Diese Kunst nennt er "Bauhaus", wie der Name seiner Schule "Das Bauhaus". Es handelt sich bei Bauhaus also weniger um einen konkreten Kunststil, sondern mehr um das Zusammenkommen von Künstlern verschiedener Stile, die ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Als Vorbild für die entstehenden Werkstätten dienen die mittelalterlichen Bauhütten, in denen Künstler und Handwerker Hand in Hand arbeiteten. Diese Form der Zusammenarbeit will Gropius wiederbeleben. Zuerst gelingt es ihm bereits bekannte Künstler, vor allem Maler, für seine Idee zu begeistern und als Lehrer für das Bauhaus zu gewinnen. Nach und nach wird die Bauhausschule um die Unterrichtsfächer Architekturlehre und Baupraxis erweitert.

Kunst von Bauhaus
Bauhausstil, Archiv in Berlin

Jeweils ein Künstler und ein Handwerker leiten eine Werkstatt. Ein markantes Indiz für die Synthese von Kunst und Handwerk ist die Struktur der Bauhausschulen. An der einstigen staatlichen Kunstgewerbeschule von Weimar gibt es keine Professoren und Studenten, sondern Meister, Jungmeister, Gesellen und Lehrlinge.

"Meister der Form" werden die zu Bauhaus berufenen Künstler genannt und ein Handwerksmeister steht ihnen technisch verantwortlich zur Seite. Johannes Itten, Laszlo Moholy-Nagy, der nebenher auch die Metallwerkstatt betreut, und Josef Albers leiten den Vor- und Elementarkurs. Lyonel Feininger steht der Druckerei vor, Gerhard Marcks der Töpferei, Georg Munch der Weberei und Wassily Kandinsky und Paul Klee der Wand- bzw. Glasmalerei. Oskar Schlemmer erhält die Verantwortung für die beiden Bildhauerklassen (Holz und Stein) und für die Bauhausbühne. Sein Vorgänger Lothar Schreyer verlässt die Bauhausschule, nachdem seine "expressionistische Szenenpraxis" auf keinen Beifall stößt.

Die Grundidee von Bauhaus

Zwei wesentliche Ideen prägt und lehrt Bauhaus:

  1. Der Unterschied zwischen Kunst und Handwerk soll aufgehoben, bzw. vereinigt werden.
  2. Schön ist, was funktioniert. Indem Bauhaus die Grenzen zwischen Handwerk, Technik, Kunst und Industrie öffnet, hat es die Kunst um der Kunst willen überwunden.

Maßgebend für das Bauhaus-Design ist die Effizienz und Nützlichkeit eines Produktes. Ästhetik und künstlerischer Ausdruck sollen ausschließlich von der Funktion des Produktes geprägt sein.

Ornamentale Verspieltheit, romantische Eindrücke, wie sie vor 1900 in Mode sind und zum Ausdruck kommen, sind für Bauhaus verpönt. Gebrauchsgegenstände, Häuser und Räume, die entgegen ihres Zweckes und Funktion verziert sind, so dass sie ihren eigentlichen alltäglichen Zweck "verschleiern" werden von den Vertretern des Bauhauses als "verlogen" befunden. Für sie sind sie lediglich Maskerade und Schein. Der Mensch soll in seiner Wohnung von Gebrauchsgegenständen, einer ehrlichen Kunst und Harmonie umgeben sein.

Teure, prunkvolle und schlecht ausgestattete Wohnungen sollen der Vergangenheit angehören. Das Konzept rationeller und industrialisierter Bauten soll dieses Problem beseitigen. Diese neue Art von Wohnungsbau, sowie industriell hergestellte Gebrauchsgegenstände sollen für "gewöhnliche" Menschen die Möglichkeit bieten, in besserer Lebensqualität zu leben.

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Berühmte Bauhaus-Künstler

Kommentare

Bauhauskünstler

Meines Erachtens war Kandinsky auch ein wichtiger Bauhaus-Künstler. Er war zwar im Laufe seines Lebens nicht ausschließlich im Bauhaus tätig, aber dennoch ein nennenswertes Mitglied.