Der Blaue Reiter

In Dezember 1911 gründen Wassily Kandinsky und Franz Marc in München den Künstlerverein „Der Blaue Reiter“. Der Name wird von Kandinsky und Marc erfunden und leitet sich von Kandinskys Werk von 1903 mit den gleichen Namen ab. Dieses Bild stellt einen reitenden Held durch eine Herbstlandschaft dar. Dasselbe Bild wird für die Titel-Illustration, des von Marc und Kandinsky herausgegebenen Almanach, „Die Blauen Reiter“ von 1912 verwendet. In dieser Schrift sind mehrere Texte und Werke der Künstler „Der Blauen Reiter“ dargestellt. Dieses Almanach wird zu einem der wichtigsten Künstlermanifeste, der modernen Kunst Europas.

Das Ziel „Der Blaue Reiter“ ist, mit den alten Maltraditionen der Akademien zu brechen, eine Plattform für eine „Neue Kunst“ zu erschaffen und neue künstlerische Ausdrucksformen zu erschaffen. Der Verein strebt die Gleichberechtigung verschiedener Kunstformen an und knüpft somit Kontakte mit Künstlern anderer Bereiche: Tänzer, Komponisten und Bühnendesigner.

Interesse an mittelalterlicher und primitiver Kunst

Die Künstler der „Blauen Reiter“ interessieren sich gemeinsam für mittelalterliche und primitive Kunst, sowie für die zeitgemäßen Kunst-Strömungen: dem Fauvismus und Kubismus. Die Mitglieder verstanden sich als Expressionisten und viele ihrer Werke sind abstrakter als beispielsweise die Werke der "Brücke"-Künstler. Die „Blauen Reiter“ fordern eine, vom Gegenstand unabhängige Eigengesetzlichkeit des Bildes. Kandinsky danken wir heute noch für die ihm nachfolgenden abstrakten Kunstströmungen.

Andere wichtige Mitglieder „Der Blauen Reiter“ sind Gabriele Münter (1877-1962), Paul Klee, August Macke (1887-1914), Alfred Kubin (1877-1959), Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Marianne von Werefkin (1860-1938). Zum überwiegenden Teil besteht der Verein aus deutschen und russischen Malern. Die Künstler der "Blauen Reiter" streben und arbeiten an ihrer eigenen Ausdrucksform, die über die gängigen Vorstellungen künstlerischen Ausdrucks hinausgehen. Kandinsky und Marc waren vor die Gründung der „Blauen Reiter“ Mitglieder der „Neue Künstlervereinigung München“, (NKVM). Dort stießen sie auf geringes Verständnis für ihre abstrakten Werke, weshalb sie daraufhin „Der Blaue Reiter“ ins Leben rufen.

die Blaue Reiter
Franz Marc: blaue Pferde 1911

„Der Blaue Reiter“ organisiert insgesamt zwei Ausstellungen. Bei der ersten Ausstellung, Dezember 1911, in der „Modernen Galerie Thannhauser“, zeigen sie insgesamt 49 ihrer Werke. Neben den eigenen Werken sind auch Werke von Malern wie Henri Matisse, Robert Delaunay (1885-1941), Henri Rousseau (1844-1910) und einigen „Brücke“-Künstlern zu sehen. Auf der zweiten Ausstellung, Februar/ März 1912, in der „Münchner Buch- und Kunsthandlung Hans Goltz“, stellen insgesamt 30 Künstler rund 350 Werke aus. Es folgen nach diesen Ausstellungen Tourneen in anderen Städten.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges, 1914, löst sich „Der Blaue Reiter“ auf.

Bekannte Künstler „Der Blaue Reiter“: