Erich Heckel - Sein Leben

Erich Heckel wird 31. Juli 1883 als Sohn eines Eisenbahnbau-Ingenieurs in Döbeln, Sachsen, geboren. 1901 beginnt seine Freundschaft mit Karl Schmidt-Rottluff (1884 – 1976). Drei Jahre später lernen die beiden in Dresden Ernst Ludwig Kirschner (1880-1938) und Fritz Bleyl (1880-1966) kennen. Zusammen beginnen sie ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Dresden.

Am 7. Juni 1905 gründen die vier Studenten die Künstlergruppe "Brücke". Erich Heckel übernimmt deren Leitung. Kurz Zeit darauf tritt der Maler Max Pechstein (1881-1955) der Gruppe bei. Heckel hat in der Zwischenzeit sein Studium hat abgebrochen und arbeitet als Zeichner und Bauaufseher für den Architekten Wilhelm Kreis (1873-1955) in Dresden. 1907 beendet er diese Arbeit um sich primär der Malerei und Graphik zu widmen. Die Sommermonate verbringt er mit anderen Brücke-Künstlern auf dem Land in der für ihn „unberührten Natur“.

Die "Brücke" geht nach Berlin

1911 siedeln die Brücke-Maler nach Berlin. Heckel übernimmt das Atelier von Otto Müller (1874-1930), den er ein Jahr zuvor kennengelernt hat und sich ebenfalls der Gruppe angeschlossen hat. Er lebt zusammen mit seiner Freundin „Siddi“, die er später heiraten wird.

Die „Brücke“ hat allerdings nicht lange Bestand und löst sich auf. Die Großstadt bietet viele Anregungen und Möglichkeiten, die die verschiedenen Künstler in unterschiedlichen Richtungen zieht. Erich Heckel nimmt Kontakt auf mit August Macke (1887-1914) und Franz Marc, die beide Mitglieder der Künstlergruppe Der Blaue Reiter sind. Außerdem unterhält er Kontakt zum Maler Lyonel Feininger (1871-1956). Ab Ende Mai 1913 existiert die „Brücke“ offiziell nicht mehr. Heckel organisiert im selben Jahr seine einzige Einzelausstellung in Berlin.

Im ersten Weltkrieg arbeitet Heckel als freiwilliger Sanitäter. Während dessen malt er kontinuierlich weiter. Er heiratet 1916 seine Freundin und Tänzerin Hilda Frieda Georgi – „Siddi“.

Expressionist
Geburtsort: Doebeln Mulde (Bild von: 1908

In den Jahren nach dem Krieg lebt Heckel in Berlin und beteiligt sich politisch aktiv als Mitglied des „Arbeitsrates für Kunst“ und der „Novembergruppe“. Er widmete sich unter anderem der Wandmalerei. Er reist viel durch Europa und interessiert sich intensiv für die Natur, was sich in seinen Werken wiederspiegelt durch einen „poetischen Ausdruck“ in hellen Farben.

Wie viele andere seiner expressionistischen Freunde, wird Heckel 1937 als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt. Über 700 seiner Werke werden aus deutschen Museen vom NS-Regime beschlagnahmt. Eine große Anzahl anderer Werke wird durch Bomberangriffe im Krieg zerstört.

Nach Ende des Krieges legt Heckel seinen kunsttechnischen Schwerpunkt auf die Aquarellmalerei. Einige Jahre lang lehrt er an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe. Ab 1955 zieht er sich gesellschaftlich zurück und lebt in Hemmenhofen am Bodensee. Als er in Radolfell, am Bodensee, im Januar 1970 stirbt, ist mit ihm ein mehrfach mit Auszeichnungen geehrter und berühmter Künstler gestorben.

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