Expressionismus - Zeitgeschehen

Der Expressionismus entwickelte sich in der Vorkriegszeit des Wilhelminischen Reiches. Die zunehmende und alles beherrschende Materialisierung und Industrialisierung prägte die Gesellschaft. Viele Menschen verließen ihr handwerkliches und bäuerlichen Leben. Sie suchten ihre Existenz und Erfolg in den industriellen Großstädten. Die sozialen Unterschiede wurden größer und die Kluft zwischen den Armen und den Wohlhabenden.

Der Expressionismus stellt eine künstlerische Antwort auf dieser Veränderung in der Gesellschaft dar. Der damit verbundene Protest seitens der Expressionisten, wandte sich gegen das Bürgertum der Wilhelminischen Zeit. Sie suchten einen Ausdruck für eine eigne Individualität. In ihr sollte der Mensch eine Rolle spielte und nicht als ein kleiner Baustein der Ganzheit funktionieren.

„Die wilden Tiere“

Die Expressionismus entstand aus dem französischen Fauvismus. Die Fauvisten - auch "die wilden Tiere" genannt, stellten ihre Werke in Paris aus 1905-1907. Ihr neuer Malstil hebte sich von dem der Impressionisten ab - sie wollten einer Kunst machen die ihrem eigenen Ausdruck in höherem Maße verstärken sollte. Ihre Vorbilder sahen sie in Malern wie Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Edvard Munch.

Die ersten Ausstellungen der Fauvisten, auch "Vorexpressionisten" genannt, schockierten das Publikum. Die Fauvisten lehnten gesellschaftlich etablierte Ideale und Kunstvorstellungen ab und benutzten grelle, ungewohnte und unrealistische Farben für ihre Motive. Wichtige Vertreter des Fauvismus waren Henri Matisse und Andre Derain.

Von der Sehnsucht der Expressionisten

Kunst des Expressionismus, Künstler: August Macke
August Macke: Türkisches Cafe (II),
1914

Bei allen Unterschieden zwischen den Künstlern des Expressionismus, war ihnen dennoch eines gemeinsam. Die Expressionisten verwendeten ihre Kunst als Medium, um die Individualität, ihre innersten Gefühle und Vorstellungen zu wahren und auszudrücken. Die Sehnsucht und Suche, nach einer eigenen individuellen Ausdrucksform.

Die meisten Expressionisten lebten in Großstädten und bewegten sich in Varietés, Kneipen, Bordellen und Literaturcafés. Ihre Ansicht und Einstellung zum Leben in der Stadt kommt in zahlreichen Bildern und Gedichten dieser Epoche zum Ausdruck. Obwohl viele Expressionisten, vor allem deutsche Künstler, hinter ihrem Vaterland standen, stoßen sie auf Probleme in der Gesellschaft. Seitens des regierenden Regime wurde ihre Kunst als "entartet" beurteilt und abgewertet. Eine Konsequenz und Reaktion seitens des Staates war, vielen Künstlern die Ausübung ihrer Kunst zu verbieten. Um dennoch weiter zu malen, sahen sich viele Expressionisten dazu gezwungen, ihr Land zu verlassen.

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Berühmte Expressionisten

Galerien mit Bildern des Expressionismus