Francisco de Goya - Sein Leben

Francisco José de Goya y Lucientes wird am 30. März 1746 in der kleinen spanischen Stadt Fuendetodos bei Zaragoza, geboren. Er ist der Sohn eines Vergolders und einer verarmten Landadeligen. Er wächst in mittelmäßigen Verhältnissen auf.

In Zaragoza beginnt Goya seine Ausbildung in der Werkstatt des Barockmalers José Luzán (1710 - 1785). Er zieht weiter nach Madrid und lernt beim Hofmaler Francisco Bayeu (1734 - 1795). Ohne akademischen Abschluss verlässt Goya um 1769/70 Spanien, um in Italien Barockkunst und Freskomalerei zu studieren. Bei seiner Rückkehr nach Spanien erhält er erste Aufträge für religiöse Freskomalereien in Kirchen. Goya zieht weiter nach Madrid und etabliert sich dort als Maler. Er heiratet Josefa Bayeu, die Schwester des Malers Francisco Bayeu. Mit ihr bekommt er insgesamt rund zwanzig Kinder, von denen lediglich ein Kind, ein Sohn, überlebt.

In Madrid beginnt Goya 1775 Entwürfe für die königliche Teppichmanufaktur Santa Bárbara zu entwerfen. Nebenher mach er sich als Porträtist in gehobenen Adelskreisen einen Namen. 1786 wird er zum „Malers des Königs“ ernannt und wird 1789 als Hofmaler in den Dienst Karls IV berufen. Er gilt als einer der wichtigsten Porträtisten Spaniens. 1799 wird er zum "Ersten Hofmaler" ernannt - eine Stellung, die zur damaligen Zeit, die Spitze einer Maler-Karriere kennzeichnete.

Der Weg vom Liebling des Hofes zum Künstler

Nach einem Schlaganfall 1792, ändert sich Goyas Leben drastisch. Er wird taub und entwickelt, bedingt durch seine veränderte Sinneswahrnehmung einen kritischen Blick für seine Umwelt. In seinen Werken spiegelt sich diese kritische Perspektive, in Verbindung mit seiner Vorstellungskraft, wieder. Ab 1795 übernimmt er die Arbeit seiner Schwagers F. Bayreu, als Direktor der Malerei an der Königlichen Akademie in Madrid. In den kommenden Jahren zieht er sich gleichzeitig mehr und mehr zurück, um seine eigene Themen und Motive zu malen, die bevorzugt in einem politischen Bezug stehen. Seine berühmten Werke entstehen in dieser Zeit, z.B. seine „Caprichos“-Serie, die er 1799 veröffentlicht. Diese Bilder zieht Goya jedoch schnell zurück, um sich seine Stellung als Hofmaler zu bewahren. Um das Jahr 1800 wird sein Gemälde „Nackte Maja“ veröffentlicht, das gleichzeitig zu seinen berühmtesten und skandalösesten Bildern zählt.

1808 nehmen Napoleons Truppen Madrid ein. Goya, der noch im Dienste des Hofs arbeitet, macht sich in dessen Auftrag auf dem Weg nach Zaragoza. Es ist seine Aufgabe den Kampf zwischen den französischen Besatzern und den aufständischen Spaniern zu malen und dabei vor allem die Heldentaten der Spanier im Bild zu verewigen. Goyas Patriotismus und Loyalität zum Spanischen Königshaus wird auf eine harte Probe gestellt.

Romantik
Die Schrecken des Krieges Teil IV - 1818

Für den Auftrag entsenden 82 Radierungen, die Goya „Die Schreckens des Krieges“ nennt. Hier zeigt sich Goyas Sicht des Krieges, das spanische Volk, dass in brutaler Weise Opfer der Franzosen ist, aber gleichsam nicht weniger grausam Rache an den französischen Besetzern nimmt. Goya konzentriert sich in seinen Radierungen einzig auf die Gewalt des Krieges, ohne dabei für eine der beiden beteiligten Seiten Stellung zu beziehen. Er zeigt, die Brutalität des Krieges und das die Seiten „Opfer / Täter“ ständig wechseln.

Da seine Bilderreihe gleichzeitig starke Kritik an der Kirche und der königlichen Macht beinhält, wird Goya in Spanien als „Franzosenfreund“ verspottet. Die Bilder werden als Beweis für seine Verbundenheit mit dem aufklärerischen und liberalen Gedankengut der französischen Revolution gesehen.

1819 zeiht er sich aufs Land zurück und bemalt bis 1823 die Wände seines Landhauses. Aufgrund politischer Verfolgungen in seiner Heimat, sucht Goya ab 1824 Exil in Frankreich. Von nun an lebt und malt er in Bordeaux, bis er am 16. April 1828 an einem Schlaganfall stirbt.

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