Gino Severini - Sein Leben

Gino Severini ist einer der Mitbegründer und zugleich wichtigster Vertreter des Futurismus. Er wird am 7. April 1883 in Cortona in der Toskana geboren. Als er 16 alt ist, zieht er nach Rom und beginnt ein abendliches Kunststudium in der Villa Medici. In Rom freundet er sich mit den jungen Kunststudenten Umberto Boccioni und Giacomo Balla an. Er entschiedet sich Künstler zu werden und zieht mit Boccioni in das Atelier von Balla ein. Von Balla wird er mit dem Neoimpressionistische Malstil vertraut gemacht.

1906 macht sich Severini auf dem Weg nach Paris. Paris eröffnet dem jungen Künstler ganz neue Wege. Er studiert dort den impressionistischen Malstil und trifft sich mit vielen bedeutenden und einflussreichen Künstlern dieser Zeit. So begegnet er unter anderem Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris, Paul Signac (französischer Maler und Grafiker, 1863 - 1935) und Amedeo Modigliani (italienischer Maler, Bildhauer und Zeichner, 1884 - 1920).

Die Zeit des Lernens

1910 tretet Gino Severini, nach einer Einladung von Umberto Boccioni und Filippo Tomasso Marinetti (italienischer Politiker, Visionär und Dichter, 1876 – 1944), der futuristischen Bewegung bei. Als einer der ersten Unterzeichner des „Manifest der futuristische Malerei“, zählt er zu den Mitbegründern dieser neuen und revolutionären Kunstbewegung. 1912 nimmt Severini an den ersten futuristischen Ausstellungen in Paris, London und Berlin teil. Severinis Werke werden mehr und mehr vom Kubismus inspiriert und insbesondere von Pablo Picasso. Severini malt im futuristischen Stil, sucht und experimentiert in seinen Werken mit einer Verbindung zum Kubismus. Seine erste Einzelausstellung findet 1913 in London statt.

Futurismus
Severinis Geburtsort Cortona

Um das Jahr 1920 haben sich Severinis Ansichten über Kunst dramatisch verändert. Pablo Picasso bleibt eine wichtige Inspirationsquelle für ihn, dennoch wendet er sich vom Kubismus ab und wenig später ebenso vom Futurismus. In den nun folgenden 15 Jahren beschäftigt er sich stark mit Wandmalerei und Mosaiken, z.B. in Kirchen. Vom neoklassizistischen Stil der alten Italienischen Meistern inspiriert, malt er nun überwiegend religiöse Motive.

Neben seiner Malerei verfasst Severini theoretische Schriften und Bücher über Kunst. 1946 veröffentlicht er seine Autobiografie. Bis zu diesem Jahr lebt er überwiegend in Italien, dann zieht er nach Paris um. Mit den Jahren ändert der Künstler mehrmals seinen Malstil. Er findet am Ende seines künstlerischen Entwicklungsweges zurück zum Kubismus. Im Jahr 1955 beteiligt sich Severini zusammen mit 148 Künstlern an der ersten Documenta-Ausstellung in Kassel, die überwiegend der abstrakten Kunstszene gewidmet ist.

Am 26. Februar 1966 stirbt Gino Severini in Paris.

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