Gino Severini - Sein Werk

Gino Severini interessiert sich als Futurist für das Moderne, das Tempo und die Dynamik der Gesellschaft. Maschinen jedoch, welche das Interesse vieler anderer Futuristen erregte, interessieren ihn lediglich nachrangig. Für Severini gilt sein Hauptinteresse der Beschäftigung mit dem menschlichen Körper in Bewegung. Gewöhnliche Motive seiner Bilder sind Tänzerinnen oder andere Szenen aus Kabareten.

Severini experimentierte mit dem verbinden von Futurismus und Kubismus, insbesondere dem synthetischen Kubismus, zu einem Stil. Seine Bilder sind abstrakter im Vergleich zu anderen futuristischen Malern. Seine Originalität als Futurist zeigt sich in seinen Collagen, die er gerne als Technik verwendet. Das Bild “Dynamik Hieroglyphik of the Bal Tabarin” von 1912 ist ein Beispiel für seinen farb-starken und kubistisch inspirierten Futurismus.

Severinis Stil entwickelt sich weiter und er malt Stillleben, Figuren der Commedia dell'Arte und Instrumente. Er orientiert sich am Goldenen Schnitt und legt damit seinen Schwerpunkt auf die Harmonie geometrischer Formen. Der Bewegung im typischen Stil des Futurismus ist noch in seinen Werken zu erkennen, durch die darin dargestellte Bewegung, die Lichtverhältnisse und die Zeitverhältnisse. Kennzeichnend für Gino Severinis Werke sind seine Kubo-futuristischen Darstellungsformen geprägt durch die divisionistische Malweise.

Abschied und Rückkehr

Futurismus
gestorben in Paris

Im Laufe der Jahre ändern sich Severinis Kunstansichten drastisch. Einst als einer der Hauptvertreter des Futurismus, wendet er sich ab 1920 gegen diesen Kunststil. Severini bewegt sich in Kreisen der Valori Plastici, eine italienischen Kunstbewegung, begründet von Mario Broglio, die sich gegen das Moderne und ihre Kunstrichtungen, dem Futurismus, Kubismus und Expressionismus richtet. Sie will wieder das Gegenständliche in die Kunst zurück in den Mittelpunkt holen und hält sich an die alte traditionelle Malweise der italienischen Meister. Severini teilt diese „plastischen Werte“ und beginnt im Stile des Neoklassizismus zu malen.

Um 1930 findet Gino Severini jedoch wieder zum Kubismus und vor allem zu den Werken von dem von ihm hochverehrten Künstler Pablo Picasso zurück. Severinis Werke wirken jetzt dekorativer als zuvor. Er experimentiert weiter mit verschiedenen Stilen und seine Werke werden allmählich abstrakter. Er pflegte Kontakte zu Künstlern aus der Abstraction-Création, einer Vereinigung von abstrakten Künstlern in Paris.

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