Gustav Klimt - Sein Leben

Gustav Klimt wird 1862 im Wiener Vorort Baumgarten, in einer Großfamilie geboren. Sein Vater ist Goldschmied und seine zwei Brüder widmen sich künstlerischen Berufen.

Als 14jähriger geht Gustav Klimt auf die Wiener Kunstgewerbeschule. Durch die Ausbildung beginnt er zusammen mit seinem Bruder Ernst Klimt und seinem Freund Franz Matsch mit Theaterdekorationen, Wand- und Deckenmalereien in Wien.

1883 verlässt Gustav Klimt die Kunstgewerbeschule und zieht mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch in ein eigenes Atelier. Gemeinsam bilden sie die "Maler-Compagnie" und setzen ihre Aufträge für Wand- und Deckenmalerei fort. Bei ihrer Arbeit konzentrieren sie sich auf ornamentale Bilder die sie als Auftragsarbeiten für die Architekten entwerfen. Ihre Deckenmalerei kann man noch heute im Theater von Fiume, im Kurhaus und im Stadttheater in Karlsbad bewundern. Speziell für ihre Malereien an den Wänden und Decken des Wiener Burgtheaters wird ihnen das Goldene Verdienstkreuz von Kaiser Franz Josef verliehen. Neben diesen Aufträgen malt Klimt in seinem Atelier als Porträtist.

Beginn einer neuen Zeit

1892 stirbt sein jüngerer Bruder Ernst. Damit endet offiziell auch die Zusammenarbeit zwischen ihm und Franz Matsch. Ca. 5 Jahre später kommt es noch zu einer gemeinsamen Auftragsarbeit der beiden Künstler. Für die Wiener Universität fertigt er drei Gemälde. Er beginnt mit einer länger andauernden Arbeit an seinem Gemälde "Philosophie". Die Gemälde von Klimt treffen allerdings nicht den Geschmack der ansässigen Wiener Professoren - als pornografisch und hässlich bewerten diese seine Arbeit.

Gustav Klimt
Philosophie - ca.1898 - 1900

Gustav Klimt entfernt sich mehr und mehr vom traditionellen Stil der Akademien, auf der Suche nach seinem eigenen Stil. 1897 gründet er mit 19 weiteren Künstlern die Vereinigung bildender Künstler Österreichs, "Secession". Die Wiener Secession entwickelt sich rasch zur Hochburg des Jugendstils und wird zu dessen österreichischen Inbegriff und Synonym. Bis 1899 ist er der Präsident dieser Vereinigung. 1905 verlässt er sie aufgrund von Uneinigkeiten innerhalb der Gruppe.

1900 vollendete er die "Philosophie" für die er auf der Pariser Weltausstellung den „Grand Prix“ erhält. Die Nationalsozialsten werden später dieses Gemälde zusammen mit seinen beiden anderen Wand-Gemälden (Medizin und Jurisprudenz) der Universität zerstören.

Klimt zieht sich zurück

Obwohl Gustav Klimt noch zu seinen Lebzeiten sich Anerkennung als Künstler erkämpft, wird er dennoch teilweise verpönt und für "verrückt" gehalten. Nackte und direkt erotische Darstellungen weiblicher Körper sind wiederkehrendes Motiv seiner Gemälde. Dies wird zu seiner Zeit nicht selten als obszöne Kunst verstanden und muss viel öffentliche Kritik erdulden.

In den letzten 10 Jahren seines Lebens zieht sich Klimt überwiegend in sein Atelier zurück, um sich intensiv und unbeeinflusst von der öffentlichen Meinung, seiner Malerei zu widmen. Er lässt sich von der Natur inspirieren und der größte Teil seiner Landschaftsbilder entsteht in dieser Zeit. "Frauen" sind weiterhin ein wichtiges Thema für ihn. Klimt hat in seinem Leben mehrere Geliebte, dennoch heiratet er nicht. Seine längste und intensivste Freundschaft pflegt er mit Emilie Flöge.

Einerseits kann Klimt als Künstler mit zurückhaltender Persönlichkeit betrachtet werden, hauptsächlich sich seiner Kunst widmend, umrahmt von den Natur, seinen Katzen und seiner Liebhaberin an der Seite. Anderseits ist er gesellig und trifft sich regelmäßig mit Künstlerfreunden in Kneipen und Salons.

Am 6. Februar 1918 stirbt Gustav Klimt an den Folgen eines Schlaganfalls.

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