Hans Arp - Sein Werk

Hans Arp lehnt früh die traditionellen Kunstideale ab, die ihm auf der Akademie vermittelt werden. Er wird Mitbegründer von Dada, was für ihn als Künstler und Mensch viel bedeutet, denn es ist die Entscheidung für eine neue Kunstform. Was das genau bedeutet und was das Wesen dieser neunen Kunst sein soll, ist innerhalb des Dada-Künstlerkreises umstritten. Die Auseinandersetzung mit der Kunsttradition im großen Stil hat in Europa begonnen und die „Kunstrevolution“ durch die „Moderne Kunst“ steht vor der Tür. Für Arp waren die meisten Dada-Künstler, Künstler die die traditionelle Kunstwelt durch etwas Neues und selbst Erschaffenes ersetzen wollen. Allerdings ohne, dass sie wussten, wie oder was das „Neue“ sei. Es gibt kein gemeinsames Programm das die Künstler inhaltlich mit einander verbindet. Gemeinsam ist ihnen lediglich, dass sie sich mit der alten Kunst nicht mehr identifizieren.

Arp nimmt die kubistischen Ideen von Pablo Picasso und Georges Braque in seine Werke auf, ohne sich dabei streng an die Regeln des Kubismus zu halten. Er will eine abstrakte und nicht gegenständliche Kunst erschaffen. In seinen Werken sind die Landschaften und Figuren abstrakt. Im nachhinein wird Arp seine Kunst der „Konkreten Kunst“ zuordnen, was eine Abkehr von seiner Hervorhebung der abstrakten Kunst darstellt.

Der "soziale" Künstler Hans Arp

Arp arbeitet als Maler, Dichter und Bildhauer. Er vertritt die Überzeugung, dass so wie „Wort“ und „Bild“ unzertrennlich sind, genauso Dichtung und Malerei zusammengehören. Sein Gedicht „Kaspar ist Tod“, aus dem Jahre 1912, gilt als eines der wichtigsten Dada-Dichtungen.

Hans Arp bejaht eine „unpersönliche“ Kunst, d.h. eine Kunst, die nicht von einem Künstler allein geprägt und erschaffen wird. Daher arbeitet er bevorzugt mit anderen Künstlern gemeinsam an seinen Werken, besonders an seinen Collagen. Durch dieses gemeinsame Schaffen verliert das Werk an „Persönlichkeit“. Innerhalb Dada ist diese Art künstlerischer Arbeit gewöhnlich.

In allererster Linie arbeitet Hans Arp mit seiner Frau Sophie Taeuber-Arp, bis zu ihrem frühen Tod, zusammen. Für ihn ist die Kunst ein Medium zur Bewältigung der Realität, im Gegensatz dazu das Reale in die Kunst zu integrieren. Sein Anliegen ist es, Kunst zu einer neuen mystischen Wirklichkeit zu führen.

Dadaismus
Tanzgeschmeide

Eine andere Methode, die Arp für seine künstlerische Arbeit anwendet, ist die am Schaffensprozess beteiligten Künstler per Zufall auszuwählen. Er ist der Meinung, es sei ein Gesetz welche alle Gesetzte in sich begreife. Für Hans Arp wird dadurch der Schaffensprozess unbewusst erlebbar und „reines Leben“ wird erschaffen. Bewusst erschafft er also neue Kompositionen durch den strengen geometrischen Aufbau einerseits und anderseits durch das Prinzip des Zufalls.

Neben seinen Collagen erntet Hans Arp ebenfalls große Anerkennung für seine Plastiken und Holz-Reliefs. Mit seiner neuen und der seiner Zeit modernen Arbeitsweise wird er zum Vorläufer mehrerer zukünftiger Kunststile. Hervorzuheben ist hierbei sein Einfluss auf Fluxus, Funk Art, Minimal Art und den Konstruktivismus.

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