Marc Chagall - Sein Werk

Seit seiner Jugend sucht Marc Chagall nach dem Sinn seines Lebens. Abgeschreckt von der Lebensweise der Arbeiterfamilie, aus der er stammt, sehnt er sich nach einer tieferen Aufgabe die ihn erfüllt. Er findet diesen Zugang in der Kunst, als schaffender Künstler.

Chagalls Bilder zeigen eine enge Verbundenheit mit der russischer Volkskunst und der jüdischen Mythologie. Chagall findet seinen eigenen Stil indem er den Fauvismus, Kubismus, Teile der russischen Volkskunst und der jüdischen Mythologie miteinander verbindet. „Der Jude in Grün“, „Der Jude in Rot“ und „Der Jude in Schwarz-Weiß“ von 1914 sind gute Beispiele hierfür.

Chagalls Bilder werden gern als stark „symbolistisch“ verstanden. Behauptet wird, dass die wiederkehrenden speziellen Symbole, verschiedene Aspekte des Lebens repräsentieren, z.B. die Kuh und der Baum für das Leben und der Hahn für Fruchtbarkeit stehen. Der Hahn erscheint bei Chagall in seinen Bildern zusammen mit Liebespaaren. Chagall meint selbst, er habe keinen festgelegten Symbolismus in seinen Werken beabsichtigt. Wenn in seinen Bildern ein Betrachter dies so sehen will und er es gut findet, dann kann er dies tun, es ist jedoch nicht die Absicht des Künstlers. Chagall meint, dass solche „Muster“, vom Künstler ungewollt, in einem Schaffungsprozess durchaus entstehen können, was dann im nachhinein beobachtet werden kann.

Chagall der Vor-Surrealist

Chagall ist ein einzigartiger Künstler der Moderne und schwer einem bestimmten Kunststil zuzuordnen. Am ehesten passt sein Stil zum Surrealismus. Während seines ersten Aufenthalts in Paris, werden seine Werke von seinem Freund und Schriftsteller Guillaume Apollinaire für „surreal“ und übernatürlich gehalten. Von einer surrealistischen Künstler-Bewegung war damals noch keine Rede.

Chagall beschreibt sich als ein Maler, der „unbewusst bewusst“ ist. Er will durch seine Bilder keine Geschichten erzählen, das sei die Aufgabe der Literatur. Seine Liebe zum Dasein ist groß und mit poetischer Begabung zeigt sich dies in seinen Werken. Mit ausdrucksvoller Komposition und Linienführung malt er Tiere, Engel, Rabbiner, Liebespaare, fliegende Menschen und Motive aus der Zirkuswelt. Er verwendet meist einfache Formen und die Figuren und Farbflächen wirken aus dem Bild hervorgehoben. Die Farben in seinen Bildern leuchten und wirken außerordentlich intensiv. Er verwendet unbearbeitete Grundfarben und Komplementärfarben und variiert oftmals die Sättigung seiner Farben. Er trägt die Farbe direkt auf der Leinwand auf, entweder Ölfarbe oder Kolorit. Die Farbtöne seiner Bilder sollen die Farben in der Natur wiederspiegeln. Berühmt wird Chagall durch seine zahlreichen Grafiken, vor allem Lithographien und Radierungen.

Expressionismus
Eingang zur Künstlersiedlung
La Ruche

Chagall meint, in jedem seiner Bilder stecke ein kleiner Teil von ihm selbst. Wie wichtig jedes einzelne seiner Werke für ihn ist, zeigt sich darin, dass er in Paris Jahre damit verbrachte, alte und verlorene Bilder noch einmal zu malen, damit dieser „Teil“ von ihm bewahrt bleibe.

Chagalls künstlerische Begabung begrenzte sich nicht auf die Malerei. Als Bühnenbildner entwirft er Kulissen, unter anderem für das jüdische Kammertheater in Moskau und der Pariser Oper. Er entwirft Kostüme für Ballette von Tschaikowsky und Strawinsky und für Mozarts Zauberflöte. Er entwirft Glasfenster für die Kathedrale von Metz, für die Klinik Hadassah in Jerusalem und für die Kirche St. Stephan in Mainz, Deutschland. Er erschafft Mosaikwände und Wanddekore für das israelische Parlaments-Gebäude in Jerusalem und auf anderen Plätzen der Welt. Der Umfang seines Gesamt-Werks ist riesig und beinahe unüberschaubar.

Die größte Sammlung von Marc Chagall befindet sich heute im Chagall-Museum in Nizza.

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