Die erste Sezession

Der Lukasbund oder die Nazarener

Die Nazarener geben ein gutes Beispiel für das Leben von Künstlern in der Zeit des Umbruchs in die Moderne der Kunst.

Friedrich Overbeck, "Triumpf der Religion über die Kunst"

Viele junge Maler an den Akademien konnten sich mit dem herrschenden Kunstbegriff des Klassizismus nicht mehr identifizieren und waren auf der Suche nach etwas Anderem. An der Wiener Akademie schlossen sich 1809 junge Maler der Bildenden Künste zusammen.

Sie nannten sich Lukasbund. Zu ihrem Weltbild erhoben sie das christliche deutsche Mittelalter. Ihre Forderung war Kunst und Leben wieder zu vereinen und mit einer Erneuerung des Religiösen in der Kunst ein nationales Selbstbewusstsein zu stärken.

Das Motto des Lukasbunds, "Lasset uns darum unser Leben in ein Kunstwerk verwandeln", wurde im 20. Jahrhundert sogar von Fluxus und anderen Aktionskünstlern übernommen.

Die Vorbilder der Mitglieder des Lukasbundes waren der frühe Raffael und Albrecht Dürer. Den Stil von Albrecht Dürer übernahmen die Künstler als "einfach und ehrlich" sogar komplett. Das hört sich an wie ein Rückschritt in die Vergangenheit. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist es ein brechen mit dem Klassizismus, der der an den Akademien starr als einzige Kunstform gilt.

Sie wollen einen Kunstbetrieb im Kollektiv aufbauen, der das mittelalterliche Zunftwesen zum Vorbild hat. Die Gründer des Lukasbund sind unter heutiger Sich die Gründer der ersten Secession. Sie sind Pioniere der Moderne, mit ihren Strategien der Approbations- und Konzeptkunst. Bis zum Expressionismus hat dieser Kunststil eine große Wirkung auf die religiöse Malerei in Europa.

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