Brüder des Lukasbund

Wer sind die Brüder des Lukasbunds?

Die Maler J. K. Hottinger, Friedrich Overbeck, Joseph Sutter, Franz Pforr, Joseph Wintergeist und Ludwig Vogel sind die Aussteiger, die um 1810 nach Rom ziehen. Nachdem sie sich an der Akademie nicht durchsetzten konnten, wollen sie gemeinsam im verlassenen Kloster "Sant Isidoro", bei Rom, leben.

Zu dieser Zeit befindet sich Europa noch im Krieg gegen Napoleon. In Rom finden sich immer mehr Romantiker und Reaktionäre zusammen. Viele von ihnen suchen das Schönheitsideal der Antike, das sie wieder beleben wollen. Aber von der einstiegen großen Aufbruchstimmung Kunstgeschehen ist nicht mehr viel zu merken.

Eine Malergemeinschaft, die der Gesellschaft den Rücken zu dreht und ein Leben wie eine katholische Bruderschaft führt sorgt für Unruhe in der römischen Kunstszene.

Von Overbeck angefangen tragen sie Frisuren wie im Mittelalter, lange Haare mit Mittelscheitel. Durch ihr Auftreten bekommen die Lukasbürder schnell den Spottnamen "Nazareni".

"Ein Maler wache vor allem über seine Empfindungen, er lasse so wenig ein unreines Wort über seine Lippen wie einen unreinen Gedanken in seine Seele kommen. Wodurch kann er sich aber davor bewahren? Durch Religion, durch Studium der Bibel, die einzig allein den Raphael zum Raphael gemacht hat". Dieses Zitat stammt aus einem Brief, den Friedrich Overbeck an seinen Vater schrieb. Er beschreibt damit, welches Leben die Lukasbrüder in St. Isidoro anstreben.

Die jungen Maler schaffen sich eine eigene, selbstgewählte Identität. Es ist ein Ausweg, aus dem bürgerlichen Leben, ihrer Herkunft aus einem Dasein als Außenseiter, in dem sich Juden, egal wie erfolgreich oder gebildet sie sind in Deutschland befinden. Hannah Arendt beschrieb die Situation der Juden dieser Zeit

Franz Pforr vollendet in St. Isidore sein Gemälde " Einzug des Kaiser Rudolf von Habsburg in Basel im Jahre 1273".

Ab 1811 veranstalten die Lukasbrüder im Refektorium von St. Isidoro Modellsitungen. Im Laufe des Jahres 1811 kommen weitere Künstler nach Rom, die mit dem Lukasbund sympathisieren. Zu ihnen gehören Willhelm von Schadow, Johannes Veit, Peter Cornelius und Christian Xeller.

Konrad Hottinger fühlt sich den strengen Anforderungen des Lukasbundes nicht gewachsen und trennt sich von der Gemeinschaft.

In diesem Jahr malt Overbeck die erste Fassung seines Gemäldes "Germania und Italia", das später als Leitbild der Nazarener gilt. Die Darstellung der zwei jungen Frauen, in verschiedenen Trachten vor einer italienischen und einer deutschen Landschaft, ist eine Allegorie von der Überwindung der Gegensätze in der Kunst.

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