Umberto Boccioni - Sein Leben

Umberto Boccioni wird am 19. Oktober 1882 in Reggio di Calabria, an der süditalienischen Küste geboren. Als 16-Jähriger beginnt Boccioni in Rom sein Studium der Kunstgeschichte. Er lernt dort Gino Severini und Giacomo Balla kennen. Die drei Künstler arbeiten gemeinsam in Ballas Atelier. Boccioni lernt dort den Malstil des Neoimpressionismus kennen.

Nach dem Abschluss seines Studiums 1902 macht er sich auf den Weg als freischaffender Künstler und Bildhauer. Er reist nach Paris und nach Russland und lebt zwischendurch in Venedig und Padua, eine Stadt ca. 30 km entfernt von Venedig. 1907 zieht er nach Mailand weiter. Hier will er sich intensiv mit dem Impressionismus, Divisionismus und dem Symbolismus auseinander setzen. Sein Geld verdient er sich durch Arbeiten als Illustrator und Werbezeichner.

Der italienische Divisionismus ist eine Kunstströmung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sein Name leitet sich von der Maltechnik ab, Farbflächen in nebeneinander gesetzte Pinselstriche aufzugliedern. Die Vertreter dieser Richtung bleiben zum einen der akademischen Tradition verbunden, welche aus dem reichen kulturellen Erbe Italiens hervorgegangen ist. Zum anderen nehmen sie zugleich Anregungen der europäischen Moderne auf, insbesondere des französischen Neoimpressionismus (Pointillismus).

Die futuristischen Manifeste

In Mailand lernt er zwei Jahre später F.T. Marinetti kennen, der gerade das Futuristische Manifest herausgegeben hat. Er macht sich vertraut mit den Ideen der Futuristen und beginnt, diese Ideen auf seine Malerei zu überertragen. Zusammen mit den Malern Carlo Carra, Luigi Russolo, Giacomo Balla und Gino Severini fängt er an, ein eigenes Manifest für die Bildende Kunst zu verfassen.

Das "Manifest der futuristischen Malerei" wird im Februar 1910 veröffentlicht. Noch im selben Jahr stellt Boccioni seine Werke in einer Einzelausstellung in Venedig der Öffentlichkeit vor.

Als er 1911 in Paris unterwegs ist, kommt er in Kontakt mit den modernen Malstilen, die zu dieser Zeit das Kunstleben in Paris revolutionieren. Er lernt Picasso, Braque und andere Kubisten kennen und beschäftigt sich intensiver mit diesem Kunststil. Im gleichen Jahr malt er das kubistisch inspirierte futuristische Bild „Der Lärm der Straße dringt ins Haus". Das Motiv dieses Bildes war einige Zeit auf dem italienischen 20 Cent-Stück abgebildet - heute findet sich dort eine Abbildung Boccionis futuristischer Plastik - "Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum". 1912 folgt das Bild „Elastizität (Original: Elasticity), eines seiner berühmtesten Bilder.

Die Bildhauerei als Schaffenswandel

Futurismus
Die Stadt erhebt sich - 1910

Im Jahr 1912 nimmt Umberto Boccioni an der ersten internationalen Futuristen-Ausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune in Paris teil. Ab diesen Zeitpunkt steht für Umberto Boccioni die Bildhauerei im Vordergrund. 1912 formuliert er das „Technische Manifest der futuristischen Plastik“.

1914 publiziert er sein Buch über den Futurismus und die Bildhauerei. Dieses Buch ("Pittura Scultura Futuriste. Dinamismo Plastico") gehört zu den Grundlagenwerken der Futuristischen Malerei und Bildhauerei.

Mit Beginn des ersten Weltkrieges meldet er sich zum Wehr-Dienst. Nach zwei Jahren wird er schwer verletzt, als er bei einem Unfall vom Pferd fällt. Von diesem Unfall wird er sich nicht wieder erholen. Er stirbt bei Verona am 16. oder 17. August 1916 im Alter von nur 33 Jahren.

Weiter lesen ...

Kommentare

Berichtigung

Auf der italienischen 20 Cent Münze is nicht das Bild "Der Lärm der Straße dringt ins Haus" abgebildet, sondern auf ihr befindet sich ein Abbildung der futuristischen Plastik "Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum", welche ebenfalls von Boccioni geschaffen wurde.