Wassily Kandinsky - Sein Leben

Der russische Maler Wassily Kandinsky ist bekannt und berühmt als einer der Pioniere der abstrakten Malerei und des abstrakten Expressionismus. Durch seine Bilder und theoretischen Werke übte er einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Modernen Kunst aus.

Kandinsky wird 1866 in Moskau geboren. In frühen Jahren lernt er Piano und Cello zu spielen. Die Musik wird in seiner Kunst sein Leben lang eine große Rolle spielen. Er studiert Wirtschaftspolitik in Moskau und arbeitet dort als Dozent an der Universität.

Nach dem Besuch einer französischen impressionistischen Kunstausstellung im Jahr 1895, entschließt sich Wassily Kandinsky Maler zu werden. Er zieht nach München um und lernt die Grundtechniken der Malerei. Er studiert den impressionistischen Stil sowie den Jugendstil. Speziell setzt er sich mit den Werken Franz von Stucks auseinander.

"Ausdruckslos und langweilig..."

Seine ersten Bilder malt er vorwiegend im impressionistischen Stil, doch schon bald verändert sich sein Malstil hin zum "Abstrakten". Sein Interesse für "fantastische Motive" kommt in dieser Zeit deutlich in seinen Bildern zum Ausdruck. Mit den Malstilen die Kandinsky in München kennenlernt ist er zunehmend unzufrieden. Sie wirken auf ihn ausdruckslos und langweilig.

Zwischen 1900 und 1910 unternimmt Kandinsky ausgedehnte Reisen. Unter anderem besucht er Paris, wo er den Kontakt zu Paul Gauguin aufnimmt. Durch ihn wird er mit dem Neoexpressionismus, dem Fauvismus bekannt. Er reist nach Deutschland und gründet die Künstlergruppe "Phalanx". Er lernt die expressionistische Künstlerin Gabriele Münter kennen und heiratet sie kurze Zeit später. Diese Ehe hält bis 1916.

Kandinsky
Kandinskys Geburtsort Moskau

1909 reist er nach München und gründet die "Neue Künstlervereinigung München". 1910 malt er mit Wasserfarben sein erstes abstraktes Bild. Ein Jahr später malt er das Bild "Komposition V". Noch im selben Jahr wird dieses Bild von der Jury der "Neuen Künstlervereinigung" für eine Ausstellung abgelehnt. Nach dem Urteil der Jury ist es zu abstrakt. Als Folge daraus verlässt Kandinsky zusammen mit Franz Marc, Gabriele Münter und Alfred Kubin (einem österreichischer Grafiker, Illustrator und Schriftsteller) die von ihm gegründete Künstlergruppe wieder.

Zusammen mit Franz Marc gründet Wassily Kandinsky 1911 den Künstlerverein Der Blaue Reiter und organisiert internationale Avantgarde-Ausstellungen in München. Sie entwickeln sich zu den wichtigsten Ausstellungen der deutschen Expressionisten.

Die Bauhaus-Periode

1911 publiziert Wassily Kandinsky in Deutschland seine theoretische Studie "Über das Geistige in der Kunst". In diesem vielfältigen Werk, das für die abstrakte Malerei von grundlegender Bedeutung ist, beschreibt er die psychologischen Effekte der Farbe und die Ähnlichkeiten zwischen Malerei und Musik. In dem wichtigsten Kapitel "Formen- und Farbensprache" entwickelt er seine Theorie, dass Form im Gegensatz zu Farbe selbständig existieren kann. Das heißt, dass die Form die Farbe wesentlich beeinflusst.

Während des ersten Weltkrieges lebte er in Russland, wo er unterrichtet und weitere Kunstausstellungen organisiert. 1921 kehrte er nach Deutschland zurück und beginnt an der Bauhaus-Schule in Weimar zu unterrichten. Seine Zeit endet dort 1933 mit der Schließung der Schule durch die Nationalsozialisten. 1926 veröffentlichte er seine Schrift "Punkt und Linie zur Fläche". Darin propagiert er für eine abstrakte, "absolute" Malereikunst. Dieses Werk wird zu einer weiteren wichtigen Grundlage für den Schaffensprozess innerhalb der Abstrakten Kunst.

Nach der Bauhaus-Periode zieht Wassily Kandinsky nach Frankreich. Dort lebt und malt er bis zu seinem Tode 1944 in einem Pariser Vorort. Kandinsky wird Mitglied der pariser Künstlergruppe Abstraction-Création. Von den Nationalsozialisten werden Kandinskys Bilder, wie die vieler anderer Künstler diese Zeit, als "Entartete Kunst" abgewertet. Viele seiner Bilder werden 1937 aus den deutschen Museen verbannt.

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