Berthe Morisot - Ihr Leben

Berthe Morisot

Die Anfänge

Berthe Morisot, geboren am 14.1.1841 in Bourges, Frankreich, zählt zu den berühmtesten Malerinnen des Impressionismus. Zu dieser Zeit dominieren Männer die Künstlerwelt. Es gehört jedoch zur guten Erziehung, dass auch Frauen der gesellschaftlich höheren Schichten malen können. Allerdings eine professionelle künstlerische Ausbildung ist ihnen vorenthalten, das wird sich erst viele Jahre später ändern. Als professionelle Künstler sind Frauen noch nicht anerkannt.

Da Morisot in einer wohlhabenden, kunstinteressierten und bürgerlichen Familie aufwächst, begegnet sie und ihre Schwester Edma bereits im Familienhaus bedeutenden Künstlern und Meistern der Malerei. Dadurch erhalten sie auch die Gelegenheit an erstklassigem Malunterricht teilzunehmen. Zusammen mit ihrer Schwester beginnt sie als Schülerin bei dem naturalistischen Maler Paul Charles Chocarne Moreau und lernt anschließend von anderen Malern, die die Familie kannte.

Sie setzt ihr Studium in Louvre fort, wo sie viel Zeit damit verbringt, die dort ausgestellten Meister nachzumalen. Im Jahr 1868 lernt sie den Maler Édouard Manet kennen, dessen Bekanntschaft ihr vieler neuer Türen der Künstlerwelt öffnet. Durch Manet lernt sie viele berühmte Künstler kennen, unter anderem den Landschaftsmaler Jean-Baptiste Camille Corot, der sie auf ihren Weg künstlerisch unterstützt und sie jahrelang unterrichtet. Corots Einfluss ist besonders in ihren Bildern der 1860er Jahre sehr stark zu erkennen, was sich in den zumeist naturgetreuen Landschaftsdarstellungen ausdrückt.

Impressionismus und Lichtmalerei

Aber der Einfluss von Édouard Manet, mit dem sie eine enge Freundschaft verbindet und mit dem sie mehrere Jahren eng zusammenarbeitet, beeinflusst Morisot mehr und mehr. Morisot verlässt schließlich den konventionellen Mal-Stil von Corot und tendiert im Laufe der Zeit zur Freilichtmalerei impressionistischer Art und findet darin ihren eigenen Stil.

Sie bewegt sich in impressionistischen Künstler-Kreisen zusammen mit Malern wie Claude Monet, Paul Cézanne, Edgar Degas und Auguste Renoir. 1874 nimmt sie an der Kunstausstellung im Atelier der Fotografen Nadar teil. Am gleichen Ausstellung nehmen viele der anderen Impressionisten teil. Monet ist mit sein Bild "Impression, Sonnenaufgang" vertreten. Diesen Bild inspirieren die Künstler - die bislang keine eigene Kunststil zuzuordenn waren - zu ihren neuen Namen: die Impressionisten. Insgesamt werden bei den anfängliche Ausstellungen wenige Bilder verkauft. Berthe nimmt mit ihren Bildern beim zweiten Ausstellung (1875) von allen Künstlern die höchsten Einnahmen ein. Morisot wird nicht nur die erste öffentlich wahrgenommene weibliche Impressionistin, sie entwickelt sich darüber hinaus zu einem der bedeutendsten Impressionisten überhaupt.

In Morisot weiteren Werken zeigt sich die Offenheit gegenüber modernen Einflüssen. Häufig stellt sie nun als Motiv Familienszenen in der Natur dar, davon sind viele auf ihrem Landgut in Bougival entstanden, wo sie mehrere Sommer verbringt.

Morisot heiratet Eugène Manet, den jüngeren Bruder Édouards. Von ihm bringt sie 1878 eine Tochter zur Welt, Julie.

Spätzeit

In der 1880er Jahren unternimmt Morisot mehrere Reisen. Sie verbringt einige Zeit in Südfrankreich und in Italien, fährt unter anderem nach Holland, Belgien und Jersey. Sie malt jetzt häufig mit Pierre-August Renoir zusammen und lässt sich von seiner Malerei inspirieren. Im Jahr 1883 stirbt Édouard Manet und der Tod ihres langjährigen und engen Freundes trifft sie sehr stark. Sie zieht in diesem Jahr in das Haus in Paris ein, das ihr Mann gebaut hat. Dieses nun neue Zuhause wird ein Treffpunkt für viele Künstler, unteranderem für die impressionistischen Maler Renoir, Gustave Caillebotte, Edgar Degas und anderen Künstlern. Aber auch der Journalist und Kunstkritiker Théodore Duret ist hier oft zu Gast.

1891 findet in Paris Morisots erste Einzelausstellung statt. Im gleichen Jahr stirbt ihr Mann Eugène Manet und sie lebt von nun an allein mit ihrer 13jährigen Tochter Julie. Sie selbst stirbt 1894, mit 54 Jahren, an den Folgen einer schweren Erkrankung, während der Pflege ihrer Tochter.

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