Frida Kahlo - Ihr Leben

Frida KahloDie Aufsehen erweckende mexikanische Malerin Frida Kahlo de Rivera wird am 13. Juli 1907 in Coyoacán, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt, geboren. Ihre Eltern, Matilde und Guillermo Kahlo, geben ihr bei der Geburt den Namen Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón. Ihr Vater Guillermo, der in Deutschland als Wilhelm Kahlo geboren wurde, geht aus persönlichen Gründen 1890 nach Mexiko. Guillermo ist die spanische Übersetzung zu Wilhelm und er nimmt diesen Namen vier Jahre später mit seiner Einbürgerung an.

Den größten Teil ihres Lebens lebt sie in ihrem Familienhaus, das Casa Azul - „Blaues Haus“ - das ihr Vater gebaut hat. Nach wechselnden Wohnorten kehrt sie schließlich wieder hierher zurück, um dort mit ihrem Mann Diego Rivera bis zu ihrem Tod 1954 zu leben. Fünf Jahre nach ihrem Tod wird Casa Azul zum „Frida Kahlo Museum“ umgebaut.

Frida wächst zusammen mit ihren drei Schwestern und zwei Halbschwestern auf. Früh als Kind wird Frida von ihrer Mutter in die mexikanisch typischen Hausarbeiten eingewiesen, lernt Nähen und Sticken. Von ihrem Vater lernt sie die Kunst und Photographie kennen. Überhaupt wächst Frida mütterlicherseits in einer christlichen und sehr traditionellen Weise auf, wohingegen väterlicherseits sie von künstlerischen Perspektiven beeinflusst wird.

Als sie 6 Jahre alt ist, erkrankte sie schwer an Kinderlähmung und muss damit verbunden lange Zeit im Bett legen. In Folge dieser Erkrankung behält sie zeitlebens ein kürzeres und dünneres Bein. Dennoch erholt sie sich davon und treibt aktiv Sport, sie schwimmt und fährt Rad.

Im Alter von 15 Jahren beginnt Frida ihr Studium an der Escuela Nacional Preparatoria, eine der besten mexikanischen Schulen.

Leid und Farbe

Am 17. September 1925, als Frida 18 Jahre alte ist, ändert sich ihr Leben dramatisch. Bei einem Bus-Unfall wird ihr Becken von einer Stahlstange durchbohrt.

Die Folgen davon sind lebenslange Schmerzen und starke körperliche Einschränkungen. Nach dem Unfall wird Frida wieder lange Zeit an das Bett gebunden sein und eigezwängt in Ganzkörpergips und Stahlkorsett. Während dieser Ruhezeit beginnt sie zu malen, um die Zeit für sich sinnvoll zu füllen und um ihrer Erlebnisse und die damit einhergehenden Schmerzen zu verarbeiten. Ein Jahr nach dem Unfall malt sie ihr erstes Selbstbildnis mit Samtkleid, dem Beginn ihrer künstlerischen Karriere.

Ihr Leben lang leidet sie stark unter den Beschwerden des Unfalls. Außer der Malerei helfen ihr Alkohol und Drogen mit den Schmerzen umzugehen. Doch sie schaffte es im Laufe der Zeit wieder gehen zu lernen, obwohl viele der sie behandelnden Ärzte dies für unwahrscheinlich hielten. Sie wird mehrere Fehlgeburten erleiden und auch diese Erfahrungen in ihrer Malerei verarbeiten.

Frau der Leidenschaft

Nicht nur mit ihren Bilder sorgt Frida für Aufmerksamkeit. Als für ihre Zeit unkonventionelle Frau mit mehreren Liebesaffären und ihrer leidenschaftlichen Beziehung mit dem weltberühmten mexikanischen Freskenmaler Diego Rivera, fällt Frida in der südamerikanischen Kunstszene schon sehr auf.

Rivera ist der Mann, der Frida am nahesten steht. Die beiden verbindet nicht nur die Malerei, sondern auch ihre politischen Interessen. Sie sind beide aktive Kommunisten und Rivera wird recht früh gerade durch seine großen politisch-revolutionären Wandbilder berühmt. Mit der kommunistischen Partei Mexikos allerdings überschlagen sie sich und werden beide mehr oder weniger unfreiwillig aus ihr entlassen. Insbesondere Rivera ist für seine Kritik am sowjetischen Kommunismus und im Speziellen an Josef Stalin bekannt, was der Hauptgrund für den Ausschluss aus der Partei war.

1929 heiraten Frida und Rivera zum ersten Mal. 1939 lässt sich Frida scheiden, als Grund dafür gibt sie an, dass sie seine andauernde Untreue nicht ertragen kann. Ein Jahr später heiraten sie jedoch ein zweites Mal und bleiben als Ehepaar bis zu Fridas Tod zusammen.

Obwohl Diego Rivera der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist und sie ihm seine Untreue zu ihr zum Vorwurf macht, gibt es an Fridas Seite immer wieder auch andere Männer. Der russische Revolutionär Leo Trotzki, der Fotograf Nickolas Muray und die Sängerin Chavela Vargas aus Costa-Rica stammend, sind einige die zu ihren Liebhaber /-innen zählen. Am Ende ihres Lebens ist sie eine starke Verehrerin Josef Stalins.

Schlicht gekleidet, die Frisur häufig hochgesteckt nach der Art der einheimischen mexikanischen Frauen und Schmuck der mexikanische Ureinwohner tragend - dieses Bild sind typische Merkmale von Frida Kahlo. Auch die kräftigen und leicht zusammengewachsenen Augenbrauen sind für sie stilistisch typisch und werden häufig in ihren eigenen Selbstportraits betont.

Die Malerin stirbt am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie. Nach ihren Tod wird Frida Kahlo als Künstlerin und charmante Rebellin weltweit geehrt. Mehrere Ausstellungen, Filme und Theaterstücke werden über sie und ihr Leben inszeniert.

Weiter lesen ..