Ein Monopol zerbricht

Die Akademie, ein Monopol gerät ins wanken

Durch die Monopolstellung der Akademie ist eine Zurückweisung von ihr für einen Künstler auch eine ökonomische Katastrophe.

So etwa ist der Hintergrund, vor dem etwa 1860 die Anfänge des Impressionismus sich entwickeln. Ab 1874 wird der Impressionismus zur Bewegung, deren Kampfmittel ist, eigene Ausstellungen zu organisieren und das Monopol des Salons zu brechen.

Vermutlich wird die Idee zu selbst organisierten Ausstellungen bei den gemeinsamen Treffen der Künstler des Kreises der Batignolles geboren. Batignolles ist ein Pariser Stadtviertel, das bei Künstlern sehr beliebt ist.

Henri Fantin-Latour, "Un atelier aux Batignolles"

Henri Fantin-Latour hält in seinem Gemälde "Un atelier aux Batignolles" diese Gruppe, die heftige Diskussionen zur Erneuerung der Malerei führt, fest. Manet steht im Zentrum dieser Gruppe von Künstlern, die später den Kern der Impressionisten bilden.

Im Jahr 1867 öffnet der "Salon des Refusés", in einem von Manet organisierten Pavillon am Rand der Weltausstellung. Es ist der Auftakt für weitere selbst organisierte Ausstellungen. Ein Netzwerk von Künstlern, Kunsthändlern, Sammlern und Kunstkritikern bildet sich und attackiert das System um den Salon. Die Maler des modernen Lebens gegen die Maler der Akademien.

So sind nun nicht mehr nur einzelne Bilder Mittelpunkt, sondern der Künstler selber bekommt Aufmerksamkeit. Der Kunsthändler wird zum Unternehmer und Galerist. Kunstkritiker schreiben nicht nur über das Kunstwerk, sie heben auch die Persönlichkeit und das Gesamtwerk des Künstlers hervor. Ein Kunstwerk ist kein isoliertes Objekt mehr. Emille Zola ist einer der Schriftsteller, der sich für die modernen Künstler einsetzt.

Das Konzept des verkannten Genies, wie es in der Romantik entwickelt wurde, kann auf den neuen Künstler angewandt werden. Mit dieser neuen Sicht kann der moderne Künstler, trotz mangelnder Anerkennung, seine Motivation erhalten. Die Sicht auf den Künstler als verkanntes Genie ermöglicht zusätzlich die Form des Kunstmarkts wie wir ihn heute kennen, als Spekulation auf den Geschmack der Zukunft.