Zeitgeschehen im 19. Jahrhundert

Wandel der Gesellschaft im 19. Jahrhundert

Sturm und Drang, Klassizismus und Industrialisierung, Biedermeier und Nationalismus

Durch die Industrialisierung veränderten sich die Lebensweise der Menschen sehr stark. Althergebrachte Verhaltens- und Denkstrukturen lösten sich durch den sozialen Wandel. Die Kunst, Kultur und Geistesgeschichte wurden durch die aufstrebende bürgerliche Gesellschaft wesentlich geprägt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Arbeiterbervölkerung zu einer gesellschaftlich dominanten Schicht, der Adel und die Landbevölkerung verloren an Bedeutung. Arbeiterbewegung und Sozialismus werden zu zentrale Begriffe. Eine große Veränderung in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war der Aufbau des Nationalstaates als neue politische Institution.

Bis dahin ging die Herrschaft von den Herrschaftshäusern aus, Regenten kommen aus den Adelshäusern, Politik, Kriege werden als ihre Interessen wahrgenommen. Als Folge der Französischen Revolution ändert sich diese Wahrnehmung. Militärische Niederlagen werden nun als nationale Demütigung empfunden und ein ganz neues Bewusstsein der Staatsbürgerlichkeit entwickelte sich.

Bis zum 18. Jahrhundert waren die Staatshaushalte im wesentlichen auch die persönlichen Haushalte von Fürstenfamilien, sie bestimmten die Steuerhöhe, liehen sich Geld von privaten Financiers und haben die Hoheit über die Münze. Sie finanzierten die Künste, die ihnen huldigten.

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J.L. David "Napoleon überquert den St. Bernhard"

Im 19. Jahrhundert änderte sich die militärische Ausrichtung der Staaten in eine wirtschaftliche. Die Industrialisierung löste ein Ringen um die wirtschaftliche Macht in Europa aus. Sie hatte dadurch einen entscheidenden Anteil an der Ausbildung der Nationalstaaten. In Großbritannien begann bereits die Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts. Großbritannien hatte eine Vormachtstellung in Europa im Wirtschaftsimperium. London als Hauptstadt der Commonwealth wurde vorherrschender zentraler Handelsplatz. Deutschland und Frankreich haben starken Aufholbedarf.

Kolonien - Wettlauf der Nationen

Europas Nationen befanden sich in einem Wettbewerb um die Kolonien. Durch das Gefühl der Überlegenheit der Europäer gegenüber den Kulturen in den Kolonialgebieten wird ein Rassismus erschaffen, der neu ist. Es entsteht eine Kulturtheorie, die die Frage stellt, unter welcher Bedingung sich Kulturnationen entwickeln. Die bedeutenden Kulturtheoretiker, Max Weber, Norbert Elias werden in dieser Zeit geboren.

Neue technische Entwicklungen werden Auslöser für eine komplette Veränderung der Gesellschaft.