Kubismus - Grundidee

Der Begriff Kubismus leitet sich vom lateinischen „cubus“ ab, welches „Würfel“ bedeutet. Der Kubismus behandelt primär die künstlerische Reduzierung eines Objektes auf geometrische Figuren, wie Kugel, Kegel oder Pyramiden. Der Kubismus entsteht in den Jahren um 1906 bis 1908.

Zu den wichtigsten Vertreter des Kubismus zählt Pablo Picasso, Georges Braque und Juan Gris.

Kubismus wird primär in zwei Stilen unterschieden: den analytischen und den synthetischen Kubismus. Daneben kennt man noch den Orphismus oder Farbkubismus. Sie kennzeichnen sich dadurch aus, dass zum einen die Seiten des Objektes aufgegliedert werden (analytischer Kubismus) und die Zusammenfassung aller Seiten eines Objektes auf einem Bild zu sehen sind (synthetischer Kubismus). Ganz so, als würde man nicht lediglich vor dem Objekte stehen, sondern zudem seitlich, hinter-, ober- und unterhalb des Objekts.

Der „analytische“ Kubismus

In den Anfängen des Kubismus malen die Kubisten ihre Bilder mit nur wenigen und eher blassen Farben. Ihrer Meinung nach, würde die im Vordergrund stehenden Formen und Figuren, durch eine üppige Wahl an Farben verloren gehen. Erst später wagen kubistische Künstler mehr mit Farben zu experimentieren. Beim analytischen oder frühen Kubismus, entstanden ca. 1907-1911, geht es rein um das Zerlegen des Objektes. Es werden geometrische Figuren verwendet, die zusammenpassen, um dann das Objekt zusammengesetzt aus diesen Figuren darzustellen. Hier sind, wie weiter oben beschrieben, die Farben blass gehalten um die Formen nicht zu stark von einander zu trennen, die gemeinsam ein Objekt bilden.

Der „synthetische“ Kubismus

Im synthetischen Kubismus, ca. 1912-1924, wird das in geometrische Figuren zerlegte Objekt zusammengefügt, um verschiedene Perspektiven auf ein und dasselbe Objekt darzustellen. Die Kubisten verwenden nun auch Objekte, die nicht zusammengehören, jedoch ineinander fließen. In dieser Richtung wagen es dann die Künstler mehr Farben in ihre Bilder einzubringen.

Der synthetische Kubismus wird ebenfalls mit der Entstehung der „Collage“ in Verbindung gebracht. Pablo Picasso klebt echte Objekte auf die Leinwand wie Sand oder Holz, vermischt dies mit anderen Elementen wie Kohle. Dadurch erschafft er eine plastische Sichtweise, denn die Materialen treten plastisch aus dem Bild heraus.

Der Farbkubismus

Kubismus
Robert Delaunay,
Vertreter des Orphismus,
(1885-1941)

Der Farbkubismus (oder Orphismus, was sich auf den antiken Sänger Orpheus bezieht) wurde von dem Schriftsteller Apollinaire geprägt und vor allem von Robert Delaunay vertreten. Er wird als ein höherer Abstraktionsgrad verstanden, worin sich Musikalität, runde Formen, bunte Farben bis hin zur reinen Farbe ausdrückt. Im Orphismus werden die Farben gebrochen, es entstehen farbenfrohe Prismen die einen lichten und musikalischen Eindruck hinterlassen. Die Farben werden kreisförmig dargestellt, auf Grundlage des Farbsystems Michel Eugene Chevreul (französischer Chemiker, 1786 – 1889).

Die Anhänger des Farbkubismus wollen mit ihrer Kunstrichtung, eine reine Malerei, als Kontrast, der reinen Musik gegenüberstellen.

Darüber hinaus entwickelte sich noch der Kubofuturismus. Kubofuturismus ist eine Verschmelzung des Futurismus und Kubismus. Charakteristisch für diesen Stil ist die Zerlegung des Gegenstandes in zylindrischen Formen. Er wurde in Russland vor dem 1. Weltkrieg entwickelt und führte zur reinen Abstraktion wie man sie später im Konstruktivismus erkennen kann. Vertreter des Kubosfuturismus sind Kasimir Malewitsch und Ivan Puni, aber auch Ljubow Sergejewna Popowa.

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