Giacomo Balla - Sein Leben

Giacomo Balla wird 1871 in Turin, einer Stadt in Nord -Italien, geboren. Als 20-jähriger studiert er für kurze Zeit an der Akademie „Albertina di Belle Arti and the Liceo Artistico“ und an der Univerität in Turin. Er verzichtet auf eine umfangsreiche künstlerische Ausbildung und bringt sich das Malen Stück für Stück selbst bei. Er lernt so das Zeichnen und Malen und fertigt lithographische Arbeiten an. Er fängt früh an, Malunterricht zu geben. Bereits im Alter von 24 Jahren ist er in Rom als Maler und Lehrer tätig. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Umberto Boccioni und Gino Severini, zwei Maler die sich später in der Futuristischen Kunstbewegung etablieren werden.

Ballas früher Malstil ist inspiriert vom französischen Maler Georg Seurat und seinem Pointillismus und ebenso von den italienischen Divisionisten. Mit kurzen und unregelmäßigen Pinselstrichen und einer unruhigen Lichtführung, malt er überwiegend Landschaftsbilder und Portraits.

Die Reise zum Wendepunkt des Lebens

1890 fährt Giacomo Balla für knapp zwei Jahre nach Paris. In Paris gewinnt er neue Perspektiven zur Wahl der Lichtverhältnisse in seinen Bildern, die seine Kunst stark und nachhaltig beeinflussen. Diese Erfahrungen bringt er in seinen Studentenkreis in Rom ein, wo er weiterhin als Lehrer arbeitet. Das Phänomen „Licht“ ist das künstlerische Thema für Giacomo Balla. Er ist beeindruckt vom künstlichen Licht der Boulevards in Paris und dessen Einfluss auf die Wirkung von Räumlichkeit und Geschwindigkeit.

1909 malt Balla das Gemälde „Straßenlaterne“. Im gleichen Jahr erscheint in einer Pariser Zeitschrift das Futuristische Manifest, geschrieben von Marinetti. Giocomo Balla teilt die Ideen dieser neue Strömung und schießt sich 1910 der Bewegung an. Zusammen mit den Malern Boccioni, Severini, Russolo und Carra unterzeichnet er das Technische Manifest der Futuristischen Malerei. Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bevor er sich aktiv an den Aktivitäten der Gruppe beteiligt.

Das Multitalent

Futurismus
Ballas Geburtsort Tunis

Mit der Zeit identifiziert sich Balla immer mehr mit den Ideen des Futurismus und gestaltet darauf aufbauend sein Leben. Sein künstlerisches Werk beschränkt sich nicht einzig auf die Leinwand. Seine futuristischen Ideen setzt er in der Gestaltung von Kostümen, Skulpturen, Bühnenbildern und in Filmen um, ergänzt durch zahlreiche eigene Manifeste. Seine beiden Töchtern gibt er die futuristisch inspirierten Vornamen:"Propeller" und "Licht".

1912 erschafft er die Plastik „Boccionis Faust“. Dieser wird später von Marinetti als Symbol der futuristischen Bewegung angenommen. Auf Giocomo Balla gehen auch der italienische Nationalanzug in den Nationalfarben: grün, weiß und rot zurück.

1917 tritt das Diaglev-Ballett in Rom auf. Zur Uraufführung des Stückes „Firebird“, mit Musik von Igor Strawinsky, fertigt Balla das Bühnendekor an. Seit 1916 beschäftigt er sich stark mit seinen Ideen zum Medium Film. Zusammen mit anderen Künstlern entsteht der erste Futuristische Film "Vita futurista“.

1920 wird Balla Direktor der Zeitschrift „Roma Futurista“. 5 Jahre später stellt er eigene Werke in Paris aus, auf der „Exposition des Arts Décoratifs et industriels Modernes“.

Giacomo Balla bleibt bis ca. 1930 Leitfigur der Futuristischen Bewegung. Später distanziert sich Balla mehr und mehr von den Futuristen und beginnt figurativ zu malen. Diesen Stil behält er bis zu seinem Tod, 1958 in Rom, bei.

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