Giacomo Balla - Sein Werk

Giacomo Ballas Gemälde „Straßenlaterne“ vom 1909 gilt als das erste futuristische Bild, obwohl der Künstler sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht den Futuristen angeschlossen hat. In dem Bild ist die starke Bedeutung des künstlichen Lichtes zu sehen, ein Thema, das für Balla ein starkes Ausdrucksmittel in seinen Bildern ist. Jahre lang experimentiert er mit Lichtverhältnissen, um verschiedene Effekten hervorzurufen.

Ab 1912 ändern sich die Motive und der Malstil Ballas. Er malt futuristische Bilder; im Vordergrund steht die Bewegung. Balla will die Gleichzeitigkeit von Bewegung in mehreren Phasen ins Bild setzen. Die meisten seiner Bilder sind sehr abstrakt. Seine Motive sind von sich bewegenden Autos, insbesondere „Rennautos“, inspiriert. Ballas Anliegen ist es, ein Werk zu erschaffen, in dem mehrere Bewegungs-Ereignisse gleichzeitig ablaufen, anstatt nacheinander. Er versuchte passende Geräusche in seine Bilder „einzubauen“. Beispiele dafür sind seine Werke: „Speed of a car“ (1913), Abstrakt Speed ( 1913) und Abstrakt Speed + Sound (1913-14).

Die Liebe zum Licht und der Bewegung

Ballas Bilder stellen eine dynamische Komposition dar. Er malt nicht mehr mit Punkten, sondern benutzt diagonale Linien. Das Bild „Geschwindigkeit des Automobils“ von 1912 besteht z.B. aus dunklen Flächen, die von einem Kegel aus künstlichem Licht beleuchtet werden. Das Licht vermittelt für den Betrachter den Impuls einer schnellen Bewegung. Ballas Werke lassen ornamentale Ähnlichkeiten mit dem Jugendstil erkennen, jedoch abstrakt und ohne gegenständliche Abbilder.

Balla übt lange Zeit großen Einfluss auf die Futuristische Kunstszene aus. Während des ersten Weltkriegs steht er an der Spitze der futuristischen Bewegung und sein Bilder sind stark nationalistisch. Mit bunten Farben und langen Linien arbeitet er seine Bildkompositionen heraus und beeinflusst damit die nächste futuristische Generation. Ab den 30' er Jahren ist, durch seine Beschäftigung mit der modernen Technologie, das Flugzeug das zentrale Motiv des Futurismus. Daraus entwickelt sich die Flugzeugmalerei („Aeroittura“) als neue Richtung der Futurismus.

Handwerk und Theorie vereint

Giacomo Balla ist nicht ausschließlich Maler. Er entwirft Kleidung, Teppiche und Möbel, er gestaltet Innenräume und formt Skulpturen, Vasen und Lampen. Seine berühmteste Plastik ist „Kraftlinien von Boccionis Faust“ (1915) die er seinen futuristischen Kollegen widmet. Durch seine vielfache Verwendung von Materialien (z.B. Spiegel, farbiges Glas, Pappe, Stoff) und seinen Experimenten mit verschiedenen Objekten, zählt Balla zu den „Pionieren“ der abstrakten Bildhauerei.

Futurismus
gestorben in Rom

Wie viele anderer Künstler dieser Zeit ist Balla an der Veröffentlichung zahlreicher theoretischer Schriften über Kunst beteiligt. 1913 entsteht von ihm in Zusammenarbeit mit Fortuna Depero (Italienischer futuristischer Künstler und Maler, 1892 - 1960) das „Manifest der Futuristischen Neukonstruktion des Universums“. Hierdurch werden viele neue kreative Kunst-Ideen des aktuellen Zeitgeistes umfassend proklamiert. Zusammen mit Marinetti und anderen Künstlern dreht Balla 1916 den ersten futuristischen Film „Vita futurista“. Zu diesem Film verfasst er ein weiteres Manifest.

Als „Futur Balla“, signiert er ab 1913 seine Bilder. Mit ihm stirbt 1958 einer der bedeutendsten Künstler der modernen Malerei.

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