Die Brücke

Am 7. Juni 1905 wird in Dresden der erste expressionistische Künstlerverein gegründet. Die Gründer dieses Vereins sind die Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner (18801938), Erich Heckel, Fritz Bleyl (1880 - 1966) und Karl Schmidt-Rottluff (1884 – 1976). Sie alle verstehen sich als Künstler und Autodiktaten.

Die Idee zum Namen der Gruppe - Brücke – geht vermutlich auf Karl Schmidt-Rottluff zurück. Friedrich Nietzsche verwendet ihn in seinem Buch „Also sprach Zarathustra“. Er soll ausdrücken, dass die Mitglieder der Gruppe kein spezieller Stil oder ein Programm verbindet. Die Künstlergruppe soll als Verbindung dienen und sich als Brücke zwischen den verschieden Künstlern der modernen Kunst etablieren.

Das Ziel der Brücke ist es, neue künstlerische Ausdruckswege zu finden und damit die traditionellen und alten Kunst-Konventionen zu überwinden. Im Streben nach neuen Ausdrucksformen stehen für die Brücke-Künstlern die Farbe und Form im Mittelpunkt. Die auf den Kunstschulen vermittelten traditionellen Malstile werden von den Brücke-Künstlern abgelehnt. Die Künstler reduzieren die Formen auf das notwendige. Inspiration suchen und finden viele der Brücke-Künstler bei den Naturvölkern. Dementsprechend malen sie überwiegend Naturbilder und Menschen.

Innerer Ausdruck contra Natur

Der Ausdruck eines Bildes soll das Innere des Künstlers zeigen und nicht weniger eine Abbildung der Natur sein. Farben spielen hierfür eine wichtige Rolle und sie dienen als Medium um Gefühle in einem Bild auszudrücken. Um diesen Effekt zu erzielen bedienen sich die Brücke-Künstler in ihren Bildern leuchtender kräftiger Farben. Als Vorbilder fungieren Künstler wie Henri Matisse, Edvard Munch, Vincent van Gogh und Paul Gauguin.

Die Brücke-Künstlergruppe sucht den Kontakt zu gleichgesinnten Künstlern und strebt eine Zusammenarbeit mit ihnen an. Sie organisieren gemeinsame Ausstellungen und laden verschiedene Künstler zu Treffen ein. Aus diesen Kontakten resultieren langjährige Brücke-Mitgliedschaften von Künstlern wie Emil Nolde, Max Pechstein (1881-1955), Otto Müller (1874-1930), Kees van Dongen (1877-1968) und Bohumil Kubišta (1884-1918). Auch Maler wie Edvard Munch und Henri Matisse wurde eine Mitgliedschaft angeboten, die sie allerdings ablehnten. Die Anzahl der passiven Brücke-Mitglieder lag bei ca. 70.

1911 siedelt die Brücke nach Berlin um. Dort nimmt sie Kontakt auf mit der Zeitschrift und Galerie „Der Sturm“ auf, was die Brücke noch bekannter macht. Durch diese Begegnung werden die Maler verstärkt mit neuen Malstilen wie Kubismus und Futurismus konfrontiert und von ihnen beeinflusst.

Bruecke
Bohumil Kubišta

Nach einigen Jahren haben sich die Stile und Ausdrücke der einzelnen Brücke-Künstler derart unterschiedlich entwickelt und ausgeprägt, dass der Verein sich am 27 Mai 1913 auflöst. Diese Auflösung bedeutet gleichsam für den Expressionismus das Ende seines Höhepunktes. In der 30iger Jahren stehen alle Mitglieder der Brücke auf der Liste der „entartetem Künstler“ der Nationalsozialisten.

Bekannte Brücke-Künstler: