Künstlerin, Lehrerin und Vorbild
Eine Frau sitzt vor einer großen Leinwand. Auf ihrem Arm liegt die Palette, in der Hand hält sie einen Pinsel. Ihr silbrig-blaues Kleid breitet sich über den Stuhl und den Fußboden aus. Hinter ihr stehen zwei jüngere Frauen so dicht beieinander, dass ihre Köpfe und Körper eine zusammengehörige Gruppe bilden.
Adélaïde Labille-Guiard zeigt sich in diesem Selbstbildnis nicht allein. Marie Gabrielle Capet und Marie Marguerite Carreaux de Rosemond waren ihre Schülerinnen und selbst Künstlerinnen. Ihre Anwesenheit verändert die Aussage des Bildes: Aus der Selbstdarstellung einer erfolgreichen Malerin wird zugleich ein Bild über Ausbildung, Zusammenarbeit und die Weitergabe künstlerischen Wissens.
Das Gemälde entstand für eine Öffentlichkeit, in der Frauen als professionelle Künstlerinnen noch immer außergewöhnlich waren und auf institutionelle Grenzen stießen. Gerade deshalb lohnt es sich, jedes sichtbare Detail ernst zu nehmen – vom gewaltigen Format über das elegante Kleid bis zu den unterschiedlichen Blicken der drei Frauen.
Das Werk auf einen Blick
- Künstlerin: Adélaïde Labille-Guiard (1749–1803)
- Titel: Selbstbildnis mit zwei Schülerinnen, Marie Gabrielle Capet und Marie Marguerite Carreaux de Rosemond
- Entstehung: 1785
- Technik: Öl auf Leinwand
- Maße: 210,8 × 151,1 cm
- Sammlung: The Metropolitan Museum of Art, New York
- Inventarnummer: 53.225.5
Die Werkangaben folgen dem aktuellen Eintrag in der Online-Sammlung des Metropolitan Museum of Art. Das Museum stellt die digitale Reproduktion als Public Domain zur Verfügung.
Eine Künstlerin zeigt sich in voller Größe
Die Staffelei steht schräg am linken Bildrand. Von der darauf befestigten Leinwand sehen wir nur die Rückseite und den hölzernen Rahmen. Labille-Guiard sitzt unmittelbar davor auf einem grün gepolsterten Stuhl. Ihr Oberkörper ist aufgerichtet, ihr Gesicht nahezu frontal zu uns gewandt. Der Blick ist ruhig und aufmerksam. Als hätte sie die Arbeit nur für einen Augenblick unterbrochen, hält sie einen feinen Pinsel über der Palette bereit.
Ein langer Malstock verläuft quer über ihren Schoß. Auf ihm konnte eine Malerin ihre arbeitende Hand abstützen, ohne die noch feuchte Bildoberfläche zu berühren. Palette, Pinsel, Malstock, Leinwand und Staffelei lassen keinen Zweifel an ihrer Tätigkeit. Labille-Guiard ist hier nicht nur die dargestellte Person, sondern die Urheberin eines Werkes.
Der Blick zwischen Spiegel, Leinwand und Publikum
Da es sich um ein Selbstbildnis handelt, musste Labille-Guiard ihr eigenes Aussehen vermutlich in einem Spiegel studieren. Dieser Spiegel ist nicht zu sehen. Ihr nach außen gerichteter Blick kann deshalb auf mehreren Ebenen verstanden werden: Während der Entstehung dürfte er dem eigenen Spiegelbild gegolten haben; im vollendeten Gemälde trifft er auf das Publikum.
Auch die Vorderseite der Leinwand bleibt uns verborgen. Wir können nicht feststellen, ob Labille-Guiard sich dort selbst, eine andere Person oder überhaupt ein erkennbares Motiv dargestellt hat. Die sichtbare Rückseite lenkt die Aufmerksamkeit weg vom entstehenden Bild und hin zum Vorgang des Malens. Entscheidend ist weniger, was sie malt, als dass sie sich als konzentriert arbeitende Malerin präsentiert.
Auf der Ablage der Staffelei ist ihre Signatur angebracht. Sie befindet sich damit genau an jenem Gerät, das ihre berufliche Tätigkeit bezeichnet. Name, Werkzeug und Person gehören sichtbar zusammen: Diese Frau malt – und sie kennzeichnet das Gemälde als ihr Werk.
Ein Atelierkleid, das kaum zum Arbeiten taugt
Das glänzende Kleid, die Spitzenbesätze und der große, mit Federn geschmückte Strohhut wirken für die Arbeit mit Ölfarben denkbar unpraktisch. Das ist kein Versehen. Auch andere Künstlerinnen und Künstler des 18. Jahrhunderts zeigten sich in Selbstbildnissen nicht in verschmutzter Arbeitskleidung, sondern in einer gesellschaftlich angemessenen Erscheinung.
Labille-Guiard verbindet zwei Rollen, die leicht als Gegensatz erscheinen könnten. Palette und Pinsel weisen sie als Berufskünstlerin aus; das kostbare Gewand zeigt eine kultivierte, gesellschaftlich repräsentationsfähige Frau. Sie muss sich nicht zwischen Arbeit und Eleganz entscheiden. Im Bild behauptet sie beides zugleich.
Gerade das Kleid ist außerdem eine Vorführung ihres Könnens. Das kühle Blau verändert sich im Licht, Falten erscheinen schwer oder weich, die Spitze wirkt durchscheinend und die Seide spiegelt sich sogar schwach im polierten Parkett. Federn, Haut, Holz, Samt und Metall besitzen jeweils eine andere Oberfläche. Wer das Gemälde betrachtet, sieht nicht nur die behauptete Meisterschaft der Malerin – er kann sie an der Ausführung überprüfen.
Zeichen von Beruf und gesellschaftlicher Achtung
Hinter der Staffelei erscheinen im Halbdunkel zwei Skulpturen. Eine Büste stellt Labille-Guiards Vater dar; daneben befindet sich die Figur einer Vestalin. Eine Werkbetrachtung des Metropolitan Museum identifiziert die Büste als ein Werk Augustin Pajous und die Vestalin als Arbeit Jean-Antoine Houdons.
Diese Gegenstände schmücken den Raum nicht nur. Die Erinnerung an den Vater und die traditionell mit Keuschheit verbundene Vestalin konnten Tugend und familiäre Achtung anzeigen. Das war für Labille-Guiard keineswegs nebensächlich. Weibliche Berufstätigkeit in der Kunst wurde nicht nur nach Können beurteilt, sondern häufig auch mit moralischen Erwartungen verknüpft.
Allerdings sollte man daraus keine einfache Geheimschrift machen. Zunächst sind es reale Kunstwerke in einem Atelier und Hinweise auf Labille-Guiards Verbindungen zu anerkannten Bildhauern. Ihre historische Bedeutung erweitert die Beobachtung, ersetzt sie aber nicht. Wie solche Zusammenhänge erschlossen werden können, zeigt der Beitrag „Wie historische Bedeutungen in Bildern sichtbar werden“.
Aus einem Selbstbildnis wird ein Gruppenbild
Hinter Labille-Guiard stehen Marie Marguerite Carreaux de Rosemond links und Marie Gabrielle Capet rechts. Beide waren keine namenlosen Begleiterinnen und auch keine bloßen Modelle. Sie lernten bei der Malerin und verfolgten eigene künstlerische Wege.
Capet beugt sich in ihrem braunen Kleid nach vorn. Ihr Gesicht ist im Profil zu sehen, ihr Blick scheint auf das uns verborgene Bild an der Staffelei gerichtet. Eine Hand liegt auf der Lehne des grünen Stuhls. Carreaux de Rosemond steht etwas weiter hinten und schaut aus dem Gemälde heraus. Ihr Gesicht bleibt teilweise verschattet, während Capets Wange stärker vom Licht erfasst wird.
Zwei Blicke, zwei Verbindungen
Die Blickrichtungen der Schülerinnen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Capet richtet unsere Neugier auf die unsichtbare Leinwand. Da sie das Werk aufmerksam betrachtet, nehmen wir an, dass dort etwas Sehenswertes entsteht. Carreaux de Rosemond wendet sich dagegen stärker dem Publikum zu. Ihr Blick verbindet die Gruppe mit dem Raum vor dem Gemälde.
Labille-Guiard steht zwischen diesen beiden Richtungen. Sie ist zugleich auf ihre Arbeit und auf die Betrachtenden bezogen. Dadurch entsteht ein kleines Geflecht: Die Lehrerin malt, eine Schülerin schaut auf das Werk, die andere öffnet die Gruppe nach außen. Das Bild verteilt Sehen und Gesehenwerden auf drei Personen.
Wie bewusst diese Beziehung vorbereitet wurde, belegt eine erhaltene Kreidezeichnung der beiden Schülerinnen im Metropolitan Museum. Labille-Guiard untersuchte darin besonders die Nähe der Köpfe, die sich kreuzenden Blickrichtungen sowie Licht und Schatten. Die beiden Gesichter wurden also nicht beiläufig in eine freie Stelle eingefügt. Ihre Verbindung gehört zum bildnerischen Kern der Komposition.
Nähe ohne Gleichrangigkeit
Die drei Frauen bilden eine vertraute Gruppe. Die Schülerinnen stehen eng beieinander, ihre Körper berühren sich, und Capets Hand stellt über den Stuhl beinahe eine Verbindung zur Lehrerin her. Gegen den dunklen Hintergrund schließen sich die helleren Gesichter zu einer aufsteigenden Bewegung zusammen.
Dennoch sind ihre Rollen nicht gleich verteilt. Labille-Guiard sitzt im Vordergrund, besitzt die Arbeitsgeräte und trägt das auffälligste Gewand. Die Schülerinnen schauen zu; eigene Pinsel oder Zeichnungen halten sie nicht in den Händen. Das Gemälde zeigt daher sowohl Gemeinschaft als auch eine Ordnung von Lehrerin und Lernenden.
Gerade diese Abstufung macht seine Aussage glaubwürdig. Labille-Guiard stellt sich als bereits anerkannte Meisterin dar, die Wissen weitergeben kann. Capet und Carreaux de Rosemond erscheinen nicht auf derselben beruflichen Stufe, aber als nächste Generation, deren Entwicklung Aufmerksamkeit verdient.
Was aus den Schülerinnen wurde
Marie Gabrielle Capet hatte eine lange künstlerische Laufbahn. Sie arbeitete vor allem als Porträtistin mit Pastell, Öl und in der Miniaturmalerei. Zugleich blieb sie Labille-Guiard persönlich eng verbunden und lebte zeitweise in ihrem Haushalt. Einen späteren Widerhall des Selbstbildnisses schuf Capet 1808 mit einer Atelierszene, in der die verstorbene Lehrerin erneut beim Malen erscheint.
Marie Marguerite Carreaux de Rosemond erhielt ebenfalls Anerkennung für frühe Arbeiten, starb jedoch bereits 1788. Von ihrem möglichen weiteren Weg kann die Kunstgeschichte deshalb nicht erzählen. Das Wissen um beide Lebensläufe verhindert, dass die jungen Frauen im Gemälde zu austauschbaren Sinnbildern werden. Sie waren konkrete Personen, deren Möglichkeiten sehr verschieden verliefen.
Das Gruppenbild zeigt damit mehr als einen freundlichen Besuch im Atelier. Ausbildung erscheint als soziale Beziehung: Künstlerisches Wissen wird von Menschen vermittelt, in einem gemeinsamen Raum erprobt und durch gegenseitige Aufmerksamkeit gestützt.
Salon, Akademie und der Zugang zum Kunstleben
1783 wurde Labille-Guiard gemeinsam mit Élisabeth Louise Vigée Le Brun in die französische Académie Royale de Peinture et de Sculpture aufgenommen. Die Mitgliedschaft war eine bedeutende Auszeichnung. Sie eröffnete Zugang zum offiziellen Pariser Salon, jener viel beachteten Ausstellung, in der Werke öffentlich beurteilt wurden und sich Ansehen sowie neue Aufträge gewinnen ließen. Einen Überblick über diesen Berufsweg bietet der kunsthistorische Beitrag des Metropolitan Museum.
Für Künstlerinnen blieb dieser Zugang eng begrenzt. Als Labille-Guiard aufgenommen wurde, durften der Akademie höchstens vier Frauen gleichzeitig angehören. An zentralen Teilen der akademischen Ausbildung, darunter dem Aktzeichnen nach lebenden Modellen, konnten Frauen nicht gleichberechtigt teilnehmen. Die Institution, die künstlerische Qualität beurteilen sollte, bestimmte damit zugleich, wer die besten Voraussetzungen erhielt, sie zu entwickeln.
Ein öffentliches Bild im Salon von 1785
Labille-Guiard stellte das Selbstbildnis mit zwei Schülerinnen im Salon von 1785 aus. Mit mehr als zwei Metern Höhe und lebensgroßen Figuren war es auf Fernwirkung angelegt. Es präsentierte sein Thema nicht im kleinen, privaten Format: Die berufstätige Künstlerin und die Ausbildung junger Frauen erhielten einen Platz in einer der wichtigsten Kunstöffentlichkeiten ihrer Zeit.
Das Gemälde führte dabei mehrere Arten von Beglaubigung zusammen. Die Arbeitsgeräte belegen den Beruf, die virtuose Malerei führt das Können vor, die Signatur nennt die Urheberin und die Schülerinnen zeigen, dass ihre Kunst lehrbar ist. Das Bild wirbt also nicht nur mit Ähnlichkeit oder vornehmer Erscheinung. Es entwirft ein ganzes berufliches Profil.
Die Wirkung ließ sich auch außerhalb des Bildes feststellen. Das Werk wurde im Salon erfolgreich aufgenommen und trug zu Labille-Guiards wachsender Anerkennung bei. Sie erhielt königliche Aufträge und wurde 1787 zur Malerin der sogenannten Mesdames de France, der Töchter Ludwigs XV., ernannt. Ihr Selbstbildnis war somit nicht allein ein persönliches Bekenntnis, sondern Teil einer sehr realen beruflichen Strategie.
War das Gemälde ein Plädoyer für Künstlerinnen?
Das Metropolitan Museum deutet die Darstellung als möglichen Einsatz für die Sache der Künstlerinnen. Dafür sprechen die institutionelle Situation, die monumentale Öffentlichkeit des Salonbildes und vor allem die Entscheidung, zwei namentlich bekannte Schülerinnen aufzunehmen. Labille-Guiard zeigt nicht eine seltene Ausnahmefrau, die ihren Erfolg ausschließlich für sich beansprucht. Sie macht eine weibliche Ausbildungsgemeinschaft sichtbar.
Eine solche Lesart sollte dennoch als begründete Interpretation formuliert werden, nicht als zweifelsfrei überlieferte Absicht jedes Details. Auf der Leinwand steht kein politisches Programm. Zudem bewegt sich die Selbstdarstellung innerhalb gesellschaftlicher Erwartungen: Eleganz, Anstand und familiäre Achtung werden ebenso betont wie Beruf und Ehrgeiz.
Gerade darin liegt die historische Stärke des Bildes. Labille-Guiard stellt die Regeln ihrer Zeit nicht einfach von außen infrage. Sie nutzt anerkannte Formen des großen Porträts, der modischen Repräsentation und der akademischen Malerei, um innerhalb dieser Formen einen größeren Platz für Künstlerinnen und ihre Ausbildung vorstellbar zu machen.
Was dieses Bild über Künstlersein erzählt
In vielen Erzählungen erscheint künstlerische Schöpfung als einsame Leistung eines außergewöhnlichen Menschen. Labille-Guiards Selbstbildnis setzt einen anderen Akzent. Die Künstlerin bleibt zwar das sichtbare Zentrum, doch ihre Arbeit ist von Beziehungen umgeben: Sie selbst wurde ausgebildet, steht im Austausch mit anderen Kunstschaffenden und gibt ihr Wissen an Schülerinnen weiter.
Damit ergänzt das Werk die Frage „Was ist ein Künstler?“ um eine zweite: Wie kann jemand Künstlerin werden? Talent allein genügt nicht. Benötigt werden Lernmöglichkeiten, Arbeitsräume, Materialien, Vorbilder, Kontakte und Orte, an denen Werke öffentlich beurteilt werden. Wer von solchen Möglichkeiten ausgeschlossen wird, muss zusätzliche Wege finden oder bleibt in der späteren Kunstgeschichte leichter unsichtbar.
Kein zufälliger Einblick in eine Unterrichtsstunde
Das Gemälde ist keine dokumentarische Aufnahme des Atelieralltags. Labille-Guiard hätte kaum in diesem Kleid mit Ölfarbe gearbeitet, und ihre Schülerinnen führen gerade keine eigenen Übungen aus. Die Szene ist sorgfältig für das Publikum gestaltet.
Das mindert ihren Aussagewert nicht. Im Gegenteil: Weil Labille-Guiard auswählen musste, wie sie gesehen werden wollte, erkennen wir ihren Anspruch besonders deutlich. Sie präsentiert sich als Malerin mit technischem Können, als gesellschaftlich achtbare Frau, als Lehrerin und als Mittelpunkt eines weiblichen Netzwerks.
Das Bild verspricht dabei noch keine Gleichberechtigung. Die Schülerinnen stehen hinter der bereits erfolgreichen Akademikerin, und die Institutionen bleiben unverändert begrenzt. Sichtbarkeit ist ein Schritt, aber sie beseitigt nicht automatisch die Bedingungen, die berufliche Laufbahnen ermöglichen oder verhindern.
Selbst schauen: Wer erhält im Bild welche Rolle?
Betrachten Sie zunächst nur Labille-Guiard. Welche Details würden ausreichen, um sie als Künstlerin zu erkennen? Achten Sie auf Palette, Pinsel, Malstock, Staffelei, Leinwand und Signatur. Fragen Sie anschließend, was Kleidung, Haltung und Format zu dieser Berufsbezeichnung hinzufügen.
Wenden Sie sich danach den Schülerinnen zu. Folgen beide demselben Blickziel? Wer ist stärker beleuchtet, wer blickt aus dem Bild und wie werden die drei Körper miteinander verbunden? Versuchen Sie zuletzt, sich das Gemälde ohne Capet und Carreaux de Rosemond vorzustellen. Aus dem Bild einer Lehrerin würde wieder allein das Bild einer erfolgreichen Malerin.
Für eine nachvollziehbare Interpretation lassen sich die Ergebnisse in drei Schritten ordnen:
- Beobachten: Labille-Guiard sitzt mit den Arbeitsgeräten im Vordergrund. Capet schaut zur verborgenen Leinwand, Carreaux de Rosemond eher nach außen. Die drei Frauen bilden eine enge, aber hierarchisch geordnete Gruppe.
- Wirkung beschreiben: Die Künstlerin erscheint selbstbewusst und repräsentativ. Die Nähe der Schülerinnen lässt ihre Arbeit zugleich als Mittelpunkt einer Gemeinschaft wirken.
- Deuten und begrenzen: Das Bild kann als Anspruch auf berufliche Anerkennung und auf Ausbildungsmöglichkeiten für Frauen gelesen werden. Es belegt jedoch weder eine konkrete Unterrichtssituation noch, dass institutionelle Gleichberechtigung bereits erreicht war.
So wird die Gruppe zum Schlüssel des Werkes. Labille-Guiard beantwortet die Frage nach dem Künstler nicht allein mit Begabung oder schöpferischer Individualität. Sie zeigt künstlerische Arbeit als Können, das gelernt, öffentlich bewiesen und an andere weitergegeben wird.
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