Franz von Stuck - Sein Leben

Franz von Stuck, deutscher Maler, Bildhauer und Architekt, ist einer der wichtigsten deutschen Repräsentanten des Jugendstils. Stuck wird am 23. Februar 1863 in Tettenweis, Niederbayern, als Sohn eines Dorfmüllers geboren. Seinen Adelstitel "von" Stuck erhält er 1906 vom Prinzregent Leopold als Ehrung für sein Lebenswerk.

Er studiert zuerst an der Kunstgewerbeschule, dann an der königlichen Akademie der Bildenden Künste in München. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, fertigt er Illustrationen für mehrere Bücher an. Diese Beschäftigung lässt ihn nur wenig Zeit für sein Studium. Seine Karikaturen für die Zeitschrift "Fliegende Blätter" machen ihn in München bekannt.

Früh schon hat ihn Arnold Böckling, einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa, beeinflusst mit dessen Symbolismus. Franz von Stucks Bild "Wächter des Paradieses" ist geprägt vom Symbolismus. Das Bild ist sein erster großer Erfolg, mit dem er 1889 eine Goldmedaille und 60.000 Mark in einer Ausstellung im Münchner Glaspalast erhält.

Münchener Secession

Franz von Stuck
Wächter des Paradieses - 1889

1892 gründet Franz von Stuck zusammen mit anderen Künstlern die Münchner Secession. Sie stellt sich offen gegen die Lehren von Franz von Lenbach (deutscher Maler, 18361904). Lenbach beeinflusst zu dieser Zeit maßgeblich die Münchener Künstlerszene. Seine Stärke und künstlerischer Ruhm liegt in der Detailgenauigkeit seiner ansonsten im klassischen Stil gehaltenen Bilder, insbesondere seiner Portraits. Die Münchener Secession, anfangs eine Gemeinschaft von ca. 100 Künstlern, wollen mit dieser alten Kunsttradition brechen. Die ersten Ausstellungen der Secession verlaufen erfolgreich.

Von Stuck veröffentlicht sein Gemälde "Die Sünde" (1883), das ihn vor allem in München zusätzlich große Anerkennung beschert. Er zählt neben Franz von Lenbach und Friedrich August von Kaulbach (deutscher Maler, 1850 - 1920) zu den "Münchener Malerfürsten", Künstlern die im Mittelpunkt der lokalen Szene stehen.

Als Professor an der Münchener Akademie der Bildenden Künste unterrichtet er ab 1895 unter anderem den jungen Wassily Kandinsky und Paul Klee. Gleichzeitig arbeitet er an den Zeitschriften "Pan" und "Die Jugend". 1897 gewinnt er eine zweite Goldmedaille auf der Dresdner Kunstausstellung.

Die "Stuck-Villa"

Unter dem Einfluss seiner Frau Mary Lindpaintner beginnt von Stuck 1898 seine "Stuck-Villa" zu bauen. Die Architektur, die Inneneinrichtung und Möblierung werden von ihm entworfen. Für die Möbel erhält er eine weitere Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris, im Jahr 1900. Heute dient die Villa als Stuck-Museum. Sie wurde in der Zwischenzeit restauriert, da sie im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde.

Nach dem ersten Weltkrieg ist die Aufmerksamkeit um Stuck gering. In den gehobenen Münchener Gesellschaftsschichten gehört es noch bis zu Beginn des Krieges zum guten Ton, die eigene Einrichtung mit Bildern und Plastiken des Künstlers von Stuck zu verschönern. Jetzt, nach Ende des Krieges treten andere Interessen in den Vordergrund dieser Gesellschaft. Neue geistige Impulse treten hervor und Stuck fällt "aus der Mode".

Trotz der nun gesellschaftlichen Ablehnung malt Stuck weiter in dem Stil, der ihn einst zu Ruhm führte und lehnte die neuen modernen Kunstrichtungen ab. Von nun an wird er sich hauptsächlich mit der Bildhauerei beschäftigen - bis zu seinem Tode, 1928. Am 30. August stirbt von Stuck an den Folgen eines Herzschlags. Neben seiner Erhebung in den Adelsstand, ist er Ehrenmitglied an mehreren Kunstakademien Europas.

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