Edouard Manet

Geboren am:
23. Januar 1832 in Paris, Frankreich

Gestorben am:
30. April 1883 in Paris, Frankreich

Bedeutender Maler des:

Impressionismus

Fotografie, um 1880

Image
Fotografie des Künstlers Edouard Manet

Kurzfassung

Édouard Manets Gemälde „Bar in den Folies-Bergère“ zeigt eine Bardame vor einem großen Spiegel, der das dicht gedrängte Publikum eines Pariser Varietés reflektiert.

In seinem letzten großen Gemälde zeigt Édouard Manet eine Bardame vor dem Spiegel eines lebhaften Pariser Unterhaltungslokals. „Bar in den Folies-Bergère“ verbindet modernes Großstadtleben mit einem rätselhaften Spiel zwischen Betrachtenden, Spiegelbild und Wirklichkeit.

Édouard Manet – der Maler des modernen Lebens

Édouard Manet gehört zu den entscheidenden Wegbereitern der modernen Malerei. Er bewegte sich zwischen Realismus und Impressionismus, ohne sich einer der beiden Richtungen vollständig zuzuordnen. Seine Gemälde veränderten den Blick darauf, welche Themen in der Kunst dargestellt werden durften und wie ein Bild gemalt sein konnte.

Manet wurde 1832 in eine wohlhabende Pariser Familie geboren. Nachdem seine Pläne für eine Laufbahn zur See gescheitert waren, trat er 1850 in das Atelier des Malers Thomas Couture ein. Gleichzeitig kopierte er Werke im Louvre und beschäftigte sich intensiv mit Künstlern wie Tizian, Velázquez, Goya und Frans Hals. Ihre Kompositionen griff er auf, übertrug sie jedoch in seine eigene Gegenwart.

Mit „Das Frühstück im Grünen“ und „Olympia“ löste Manet heftige Skandale aus. Das erste Gemälde wurde 1863 vom offiziellen Salon abgelehnt und im Salon des Refusés gezeigt. „Olympia“ erschien 1865 im offiziellen Salon. Beide Werke sorgten nicht allein wegen ihrer Nacktheit für Empörung: Manet verzichtete auf mythologische Verkleidungen, zeigte selbstbewusste Frauen seiner Gegenwart und ließ die Malerei offen als gestaltete Fläche erscheinen.

Seine Motive fand Manet in Cafés, Theatern, Gärten, an Bahnhöfen und auf den Straßen von Paris. Im Austausch mit Claude Monet und Berthe Morisot wurde seine Farbigkeit in den 1870er-Jahren heller und seine Pinselführung lockerer. Dennoch bewahrte er seine Vorliebe für deutliche Konturen, starke Hell-Dunkel-Kontraste und sorgfältig inszenierte Figuren.

An den acht Ausstellungen der Impressionisten nahm Manet nicht teil. Er suchte weiterhin die Anerkennung des Pariser Salons, wurde für die jüngere Künstlergeneration jedoch zu einer wichtigen Leitfigur. Sein letztes großes Gemälde, „Bar in den Folies-Bergère“, verbindet Großstadtleben, Spiegelung und räumliche Irritation zu einem vieldeutigen Bild der modernen Gesellschaft.

Weitere Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld des Impressionismus

Paul Cezanne (Vorläufer), Claude Monet, Berthe Morisot, Paula Modersohn-Becker, Edgar Degas und Auguste Renoir