Kleidung aus Plissees

Alltagsobjekte als Kunstwerke darzustellen, hat in der bildenden Kunst eine lange Tradition. Auch bei Modedesigns sind Alltagsgegenstände äußerst beliebt. Im Rahmen eines Projektes der Weißensee Kunsthochschule Berlin wurden zum Beispiel Modedesigns aus Fensterbehängen wie Plissees und Rollos entworfen.

Das Alltagsobjekt in der Modewelt

In kunstnahen Disziplinen wie dem Modedesign finden sich heutzutage ebenfalls oft Alltagsobjekte wieder – wie zum Beispiel bei einem gemeinsamen Projekt der Weißensee Kunsthochschule Berlin und dem Unternehmen Livoneo, bei dem Modedesigns aus Plissees und Rollos vorgestellt wurden, die von der Industrie eigentlich nur für die Ausstattung von Fenstern produziert werden. Die Plissees und Rollos wurden dabei sowohl mit herkömmlichen Bekleidungstextilien wie Bikini-Stoffen und Jersey, als auch mit ebenfalls zweckfremdeten Material wie Sofa-Polsterstoffen oder Buchbinder-Gaze kombiniert.

In zeitgenössischen, von der Objektkunst inspirierten Modekreationen treffen jedoch nicht  nur klassische Modestoffe auf Textilstoffe aus der Wohn- oder Handwerksindustrie aufeinander. Für eine Modenshow wurden unter anderem auch schon alte Handys, leere Luftballons oder Plastikbecher zu Kostümen verarbeitet. In New York wiederum findet seit über zehn Jahren ein Wettbewerb statt, bei dem Brautkleider aus Toilettenpapier präsentiert und prämiert werden.

Experimente mit Form und Bewegung

Nahezu alle Modeoutfits aus Alltagsobjekten sind nicht zum Tragen geeignet. Sie werden jedoch auch nicht konkret für den Verbraucher entworfen, sondern zielen auf den künstlerisch-experimentellen Umgang mit Form, Farbe, Oberflächen und Bewegung ab. Und sie werden meistens für Präsentationszwecke von Kunsthochschulen oder internationalen Modehäusern hergestellt, wie beispielsweise auch bei einer legendären Fashionshow von 2009 des inzwischen verstorbenen Modedesigners Alexander McQueen, der seine Models mit Kopfbedeckungen aus Mülltüten über den Laufsteg schickte.

Bildquelle: livoneo.de