Vom Kunsthandwerk ...

...zum freischaffenden Künstler

Über viele Jahrhunderte zählen Künstler zu den Handwerkern. Noch im Mittelalter gibt es den Künstler in seinem kleinen Handwerksbetrieb, der seine kunstvollen Arbeiten nach Bestellungen fertigt und ausliefert. Um Bilder fertig stellen zu können muß das Handwerk gründlich erlernt werden. Farben sind noch nicht käuflich zu erwerben, sie müssen selbst hergestellt werden. Ein sicheres Einkommen liegt in der Portrait-Malerei. Umso vollendeter ein Künstler seinen Auftraggeber zufrieden stellte, desto mehr Aufträge erhält er.

Ein Ladenschild ist heute Gemälde
Ein Ladenschild ist heute Gemälde, Antoine Watteau

Nach dem die Staatsformen absolutistischer werden und die Fürsten an Macht gewinnen werden sie mehr und mehr Abnehmer für das Kunst – Handwerk. Fürsten haben in ihren Hofstaat auch ihre Künstler als Bedienstete. Maler, die Meister ihres Fachs sind, finden an den Höfen der Aristokratie ein gutes Auskommen und leben hoch angesehen.

Was aber in der darstellenden Kunst dem Betrachter vorgestellt wird, das bestimmen die Auftragsgeber, Kirche oder Staat. Die Sicht auf die Welt wird vorgegeben. In der Renaissance beginnt eine Bewegung, die bis ins 19. Jahrhundert hinein reicht. Sie führt dazu, dass die Kunst autonom von Staat und Kirche wird. Der freischaffende Künstler, so wie wir ihn heute kennen, erst entstehen kann.

Vom Pomp zum Klaren, Nüchternen

Nach dem Pomp des Barock gilt als wahre Schönheit und Weltorientierung das Klare und Nüchterne der Antike. Die Zeit um 1800 wird durch die Kunst des Klassizismus geprägt. In dieser Zeit lernen die Künstler an Akademien, denen sie meist ihr ganzes Leben verbunden bleiben. Viele Künstler zieht es nach Rom, vielleicht ist es eine Flucht, aus Angst vor der Französischen Revolution oder dem kleinlichen Zuständen in Deutschland. In dieser Zeit haben Menschen, die sich nicht anpassen keine Zukunft. Sie ereilt oft ein früher Tod, vielleicht durch Selbstmord, oder aber sie enden in geistiger Umnachtung.

Um 1800 waren die meisten Künstler in den Kunstakademien der Metropolen organisiert. In den Akademien gab es feste Regeln darüber, was Kunst ist. In der Zeit nach 1800 standen Historienbilder ganz oben in der Rangfolge. Besonders beliebt waren auch Motive aus der griechisch-römischen Mythologie, Themen der Religion und aus dem Orient. Portraits, Stilleben oder Landschaftsbilder waren weniger angesehen. Bei manchem jungen Künstler an den Akademien machte sich eine Unzufriedenheit breit. Es kam zu Spaltungen, an der Wiener Kunstakademie gründete sich im Lukasbund, die erste Secession.