Gabriele Münter

Geboren am:
19. Februar 1877 in Berlin

Gestorben am:
19. Mai 1962 in Murnau am Staffelsee

Bedeutende Künstlerin des:

Expressionismus

Die schwedische Modernistin Agnes Cleve porträtierte ihre Künstlerfreundin Gabriele Münter im Jahr 1920. Das Bild zeigt Münter als eigenständige Persönlichkeit der europäischen Avantgarde.

Agnes Cleve, Gabriele Münter, av Agnes Cleve, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Image
Expressionistisches Porträt der Künstlerin Gabriele Münter, 1920 gemalt von Agnes Cleve.

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Gabriele Münters Lebensweg führte sie von Berlin über die Vereinigten Staaten und München bis nach Murnau und Skandinavien. Künstlerischer Aufbruch, die Beziehung zu Wassily Kandinsky, persönliche Krisen und die Suche nach einem selbstbestimmten Leben prägten ihre Biografie.

Leuchtende Farben, vereinfachte Formen und dunkle Konturen kennzeichnen viele ihrer bekanntesten Gemälde. Doch Münters Schaffen umfasst weit mehr: Landschaften, Porträts, Stillleben und Innenräume ebenso wie Zeichnungen, Druckgrafiken, Hinterglasbilder und Fotografien.

Kurzfassung

Gabriele Münter beim Malen an einer Staffelei unter freiem Himmel in Kallmünz, dargestellt von Wassily Kandinsky.

Wassily Kandinsky zeigt Gabriele Münter 1903 während eines Malkurses in Kallmünz. Die Darstellung rückt sie als aktiv arbeitende Künstlerin in den Mittelpunkt und passt damit zum Abschnitt „Eine Pionierin der Moderne“.

Eine Pionierin der Moderne

Gabriele Münter gehört zu den bedeutenden Künstlerinnen des deutschen Expressionismus. Ihre farbintensiven Landschaften, eindringlichen Porträts und stillen Innenräume besitzen eine unverwechselbare Bildsprache. Mit klaren Formen, dunklen Konturen und leuchtenden Farbflächen verwandelte sie das Sichtbare in Bilder, die vor allem Stimmungen und persönliche Eindrücke erfahrbar machen.

Der Weg zur Kunst war für sie keineswegs selbstverständlich. Frauen waren von den staatlichen Kunstakademien weitgehend ausgeschlossen, sodass Münter private Ausbildungswege suchen musste. Schon während einer Reise durch die Vereinigten Staaten zeigte sich in Hunderten Fotografien ihr ausgeprägter Blick für Menschen, Landschaften und ungewöhnliche Bildausschnitte.

Nach ihrer Rückkehr ging sie nach München. An der Phalanx-Schule begegnete sie Wassily Kandinsky, der zunächst ihr Lehrer und später ihr Lebensgefährte wurde. Zum entscheidenden Ort ihrer künstlerischen Entwicklung wurde jedoch Murnau am Staffelsee. Hier vereinfachte sie ihre Motive immer stärker und fand zu jener kraftvollen Verbindung aus Farbe, Fläche und Kontur, für die sie heute besonders bekannt ist.

Münter gehörte zum engsten Kreis des Blauen Reiters. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Trennung von Kandinsky musste sie sich persönlich wie künstlerisch neu orientieren. Dennoch arbeitete sie über Jahrzehnte hinweg weiter.

Während des Nationalsozialismus bewahrte sie in ihrem Murnauer Haus zahlreiche eigene Arbeiten sowie Werke Kandinskys und anderer Künstler des Blauen Reiters. Einen bedeutenden Teil dieser Sammlung schenkte sie 1957 dem Lenbachhaus in München. Heute wird Gabriele Münter nicht nur als Bewahrerin dieses künstlerischen Erbes gewürdigt, sondern vor allem als eigenständige Malerin und Pionierin der Moderne.

Weitere bedeutende Expressionisten

Franz Marc, Wassily Kandinsky, Edvard Munch, Erich Heckel, Emil Nolde und Henri Matisse