Timeline - von 1811 - 1820

Die Zeit von 1811 - 1820

"Turnvater Jahn" eröffnet seinen ersten Turnplatz. Der Schneider von Ulm fliegt in die Donau. Kaspar David Friedrichs hält seine Welt in stimmungsvollen Bildern fest. Bei Leipzig werden Napoleons Truppen Besiegt. Goya dokumentiert Zeitgeschehen in seinem Gemälde über die Erschießung von Aufständischen. Napoleon erlebt sein Waterloo. Der Vulkan Tambora bricht aus und verursacht starke klimatische Veränderungen, denen Hungersnöte in Europa folgten.

1811

Auf Anordnung von Napoleon wird in Frankreich die Zuckerrübe angebaut, damit beginnt die Zuckerindustrie in Europa.
In Preußen wird der "Zunftzwang" aufgehoben.
Die Kruppwerke werden in Essen gegründet (Gusstahlwerk).
19. Juni: Der national und antisemitisch gesinnte Lehrer Friedrich Ludwig Jahn veranstaltet auf einem Sportplatz auf der Berliner Hasenheide den ersten „Turntag“. Die dort gezeigten gymnastischen Übungen nennt er „Turnen“ (an Anlehnung an den Namen mittelalterlicher Turniere). Jahn will mit dem körperlichen Training unter anderem  leistungsfähige Soldaten für den künftigen Befreiungskampf gegen Napoleon hervorbringen. Rasch entstehen in Preußen und Norddeutschland an etwa 150 Orten Turnvereine mit rund 12.000 Mitgliedern. Vor allem Schüler und Studenten fühlen sich angesprochen.
Albrecht Berblinger, der Schneider von Ulm versucht mit einem selbst gebauten Gleitflugzeug die Donau zu überqueren. Der Versuch misslingt.
Heinrich von Kleist begeht Selbstmord.
In Berlin wird die bekannte Weinhandlung "Luther und Wegner" eröffnet.

Die deutsche Maler Eduard Bendemann und Karl von Enhuber werden geboren.
Caspar David Friedrich malt die Gemälde Felspartie, Winterlandschaft, Felsenschlucht im Harz.

1812

Napoleons grosser Russlandfeldzug scheitert. Von ca. 500.000 ausgezogenen Soldaten kehren nur etwa 5.000 zurück.

24. Juni: Mit der mehr als 500.000 Mann starken Grande Armee, die zu einem erheblichen Teil aus zwangsverpflichteten deutschen Truppen besteht, überfällt Napoleon Russland. Doch die Strategie des russischen Zaren Alexander I., der die Invasoren in Leere laufen lässt, sowie Krankheiten, Hunger und der Einbruch des Winters lassen den Feldzeug scheitern, Hundertausende Soldaten sterben. Napoleon entkommt Anfang Dezember nach Westen, doch seine Niederlage gibt das Startsignal für den Widerstandskampf der deutschen Freiheitsbewegung.

Die Schlachten bei Borodino und an der Beresina.

Auf die Welt kommen, der französische Maler Théodore Rousseau, der österreichische Rudolf von Alt
Die Maler Gottlieb Schick, Johann Friedrich Tischbein und Franz Pforr sterben in diesem Jahr.
Caspar David Friedrich malt die Gemälde "Kreuz und Kathedrale im Gebirge" und "Gräber gefallender Freiheitskrieger".

1813

Völkerschlacht bei Leipzig.
Die Truppen Napoleons müssen sich weiter zurückziehen, sie verlieren weitere Schlachten. Der Widerstand fühlt sich dadurch ermutigt.

17. März: König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, der ein Militärbündnis mit Zar Alexander I. geschlossen und Frankreich den Krieg erklärt hat, fordert seine Untertanen zum Krieg gegen Napoleon auf. Freiwilligenverbände bilden sich, um am Freiheitskrieg mitzuwirken. Auch Künstler der Romantik wie etwa der Maler Georg Friedrich Kersting schließen sich den „schwarzen Jägern“ an, einer Einheit des Majors Adolf von Lützow.

19. Oktober: Mit dem Sieg einer Koalition aus Russen, Preußen, Österreichern, Engländern und Schweden endet die viertägige Völkerschlacht von Leipzig, das entscheidende Gefecht der Befreiungskriege. Der geschlagene Napoleon muss fliehen, seine Herrschaft in Deutschland bricht zusammen, und der Rheinbund löst sich auf. Am Neujahrstag überqueren die Truppen der Verbündeten den Rhein, drei Monate später erreichen sie Paris. Napoleon dankt im April ab und geht nach Elba in Exil.

Friederike Brion, die Geliebte von Goethe stirbt.
Abu Simbel wird in Ägypten von Johann Ludwig Burckhardt entdeckt.

Caspar David Friedrich ist weiter fleißt und malt die Bilder Kreuz im Wald und Kreuz an der Ostsee. Ingres malt wärend seines Aufenthalts in Rom das Gemälde Raffael und die Fornarina. Karl Friedrich Schinkel gestaltet das "Eiserne Kreuz" für Preußen, nach einer Idee von Friedrich Wilhelm III., er malt auch das Gemälde "Gothischer Dom am Wasser"
Der schweizer Maler Charles Giradet wird geboren.

1814

Napoleon wird auf die Insel Elba verbannt. Der Senat von Frankreich setzt Napoleon ab und Ludwig der XVII wird König von Frankreich.
Der Wiener Kongress beginnt. Europa wird dabei politisch neu geordnet.
Die Französische Kaiserin Josephine stirbt.

3. Mai: Begleitet vom Jubel der Franzosen, zieht der neu berufene König Ludwig XVIII., ein Bruder Ludwig XVI., in Paris ein.Seine Herrschaft wird von zwei Parlamentskammern kontroliert.

September: Unter dem Vorsitz des österreichischen Außenministers Klemens Wenzel Fürst von Metternichtagen in Wien bis Juni 1815 Fürsten und hochrangige Gesandte, um Europa nach dem Sieg über Frankreich territorial und politisch neu zu gestalten. Auch die deutschen Verhältnisse werden neu festgelegt – allerdings ohne die Forderungen der deutschen Nationalbewegung zu berücksichtigen: Es entsteht kein Einheitsstaat, sondern ein „Deutscher Bund“ von zunächst 34 souveränen Fürstentümern und vier freien Städten unter Österreichs Führung, mit einem gemeinsamen Bundestag in Frankfurt am Main. Preußen kann bei den Verhandlungen seine alte Machtstellung wieder herstellen; es muss zwar erhebliche Teile seiner einstigen polnischen Territorien an Russland abgeben, erhält als Kompensation große Gebiete am Rhein und in Westfalen, die Nordhälfte Sachsens sowie Vorpommern.

Der französische Maler Jean-Francois Millet wird geboren.
Francisco de Goya malt das Gemälde "Erschießung der Aufständischen am 03. Mai" und dokumentiert damit Zeitgeschehen.
Ingres malt das Bild Die Große Odaliske
Die von den Franzose geraubte Quadriga kehrt an ihren Platz auf dem Brandenburger Tor, nach Berlin zurück.

1815

Napoleon flieht von Elba aus der Verbannung.
Die Kongressmitglieder unterzeichnen die Wiener Kongressakte.
Napoleon wird in der Schlacht bei Waterloo geschlagen. Er dankt ab und wird diesmal auf die Insel Helena verbannt.

1 März: Während der Wiener Kongress noch tagt, kehr Napoleon plötzlich von Elba nach Frankreich zurück, wo er innerhalb kürzester Zeit eine neue Armee von 120.000 Mann zusammenstellt. Die Siegermächte in Wien erklären in daraufhin für vogelfrei und senden ihm eine Armee entgegen. Die Feldmarschälle Arthur Wellesley, Duke of Wellington und Gebhard Leberecht von Blücher schlagen die Franzosen beim belgischen Waterloo am 18. Juni vernichtend. Napoleon muss endgültig abdanken und wird auf die Insel St. Helena im Südatlantik verbannt, wo er schließlich 1821 stirbt.

12. Juni: National gesinnte Studenten gründen in Jena die ersten Burschenschaft, die für die Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei und die Gründung eines gesamtdeutschen Reiches eintritt. Die Fahne der Verbündeten ist rot-schwarz-rot und golden verziert – die Farben des Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen und bald Kennzeichen der deutschen Nationalbewegung.

26. September: Die absolutistisch regierten Staaten Preußen, Österreich und Russland schließen ein Bündnis zur Wahrung des Status quo in Europa, die „Heilige Allianz“.

Anerkennung der "immer währenden Neutralität der Schweiz".
Der Vulkan Tambora bricht auf der Insel Sumbawa aus. Eine große Menge Asche wird freigesetzt und verursacht 1816 einen vulkanischen Winter.

Francisco de Goya kommt vor die Spanische Inquisition, die herausfinden will von wem er den Auftrag hatte das Bild "Die nackte Maja" zu malen. Daraufhin wurde ihm anschließend der Titel des Königlichen Hofmalers aberkannt.
Friedrich Schinkel entwirft für die Mozart-Oper "Die Zauberflöte" einen Bühnenvorhang.
Caspar David Friedrich malt die Bilder "Segelschiff" und "Greifswalder Hafen". Es kommen auf die Welt, die Maler Franz Adam, Karl von Blaas, Barthèlemy Menn, Julius Schrader, Georg Wilhelm Volkhart, Pawel Andrejewitsch Fedototw, Rober Eberle. Auch der deutsche Künstler Adolf Menzel wird in diesem Jahr geboren, sowie der schwedische Maler Egron Selif Lundgren.

1816

Das "Jahr ohne Sommer": durch den Ausbruch des Vulkans "Tambora", 1815 in Indonesien gab so auf das weltweite Wetter ehr starke Auswirkungen. Es ist bis heute das kälteste Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Die ersten Bilder werden mit einer "Camera obscura" von den Brüdern Niepce auf Chlorsilberpapier aufgenommen, können aber noch nicht fixiert werden.
Der erste Stirlingmotor wird entwickelt.
Das Laufrad wird entwickelt, als neue Möglichkeit, sich ohne Pferd fort zu bewegen.
Das französische Schiff Medusa sinkt durch einen unerfahrenen und unfähigen Komandanten. Die Umstände sorgten für einen Skandal. Durch ein Gemälde von T. Gericault blieb das Ereignis der Nachwelt im Gedächtnis.

"Das Floß der Medusa" Théodore Géricault, 1819 Öl auf Leinwand, 491 × 716 cm, Louvre
Der Maler Konrad Hoff wird geboren.

1817

1. Fahrt mit der Draisine (Laufrad).
Abu Simbel wird in Ägypten frei gelegt.

1 März: Während der Wiener Kongress noch tagt, kehr Napoleon plötzlich von Elba nach Frankreich zurück, wo er innerhalb kürzester Zeit eine neue Armee von 120.000 Mann zusammenstellt. Die Siegermächte in Wien erklären in daraufhin für vogelfrei und senden ihm eine Armee entgegen. Die Feldmarschälle Arthur Wellesley, Duke of Wellington und Gebhard Leberecht von Blücher schlagen die Franzosen beim belgischen Waterloo am 18. Juni vernichtend. Napoleon muss endgültig abdanken und wird auf die Insel St. Helena im Südatlantik verbannt, wo er schließlich 1821 stirbt.

12. Juni: National gesinnte Studenten gründen in Jena die ersten Burschenschaft, die für die Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei und die Gründung eines gesamtdeutschen Reiches eintritt. Die Fahne der Verbündeten ist rot-schwarz-rot und golden verziert – die Farben des Lützowschen Freikorps in den Befreiungskriegen und bald Kennzeichen der deutschen Nationalbewegung.

26. September: Die absolutistisch regierten Staaten Preußen, Österreich und Russland schließen ein Bündnis zur Wahrung des Status quo in Europa, die „Heilige Allianz“.

Die deutschen Maler Friedrich Heimerdinger und Eugen Adam, der spanische Maler Lucas Velázquez, der niederländer Maler Johannes Bosboom, die englischen Künstler Branwell Bronte, Richard Dadd der russische Maler Iwan Konstantiowitsch Aiwasowiski und der französische Maler Ernest Héberty werden geboren.

1818

Gründung der ersten Sparkassen.
Die englische Schriftstellerin Jane Austen stirbt.
Die deutschen Maler Wilhelm Wider, Carls Steffeck und Max Schmidt werden geboren.

1819

23. März: Der national gesinnte Theologiestudent und Burschenschaftler Carl Ludwig Sand verübt eine Attentat auf den Schriftsteller August von Kotzebue, den er für einen russischen Agenten hält und der zuvor die Nationalbewegung verspottet hat. Der Mord dient dem deutschen Bund als Anlass, die Bewegung von ein geeintes und freiheitliches Deutschland politisch zu unterdrücken: Die „Karlsbader Beschlüsse“ vom 20. September 1819 verfügen als Ausdruck dessen eine strenge Zensur und verbieten fortan die Burschenschaften.

Viktoria I. die spätere englische Monarchin wird geboren.

Theodore Gericault malt "Das Floß der Medusa".
Es erinnert an den Untergang des französischen Schiffs im Jahr 1816, bei dem im Überlebenskampf unter der Besatzung sämtliche soziale Zivil-Normen weg vielen. Der Vorfall hatte einen politischen Skandal in Frankreich ausgelöst.
Der englische Maler John Ruskin und der niederländische Maler Johan Barhold Jongkind, sowie die französichen Maler Gustabe Corubet und Edouard Giradet werden geboren.

1820

Die Brailleschrift wird entwickelt.
Erste namentlich bekannte Besteigung der Zugspitze durch Leutnant Josef Naus, Bergführer Johann Georg Deutschl und einem Messgehilfen Maier.
Es werden geboren, die deutschen Maler August Sieger, Otto Heyden, Ludwig Hagn, Karl Becker, der französische Maler Édouard Dubufe, der tschechische Maler Josep Mánes und Edouard Imer.

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